Auto: Porsche-Chef Wiedeking vom Thron gestürzt?

(c) AP (Thomas Kienzle)
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Laut Medien ist Wendelin Wiedekings Abgang besiegelt, Produktionschef Macht soll ihm nachfolgen.

Wien (ag./red.). Porsche-Chef Wendelin Wiedeking dürfte gescheitert sein. Wie „Spiegel Online“ berichtet, muss der Chef des Sportwagenbauers seinen Posten räumen. Die Eigentümerfamilien hätten sich auf den bisherigen Produktionsvorstand Michael Macht als Nachfolger an der Spitze der operativen Tochter geeinigt. Wer die Holding führen soll, sei noch unklar. Porsche dementiert den Bericht. „Davon ist uns nichts bekannt“, hieß es am Freitag aus dem Unternehmen.

Gerüchteweise wird schon seit Tagen über Wiedekings Abgang spekuliert. Sollte der Porsche-Chef, dessen Vertrag noch bis zum Jahr 2012 läuft, wirklich abgelöst werden, könnte ihm eine Abfertigung von mehr als hundert Millionen Euro winken, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Es wäre die höchste Summe, mit der ein Manager in Deutschland je abgefertigt wurde. Der 56-Jährige gilt als einer der bestbezahlten Manager des Landes, mit einem Gehalt von rund 60 Mio. Euro jährlich. Wiedeking hatte sich bei seinem Amtsantritt im Jahr 1992 eine Gewinnbeteiligung an Porsche ausbedungen. Innerhalb von zwei Jahren gelang es dem Manager damals, das angeschlagene Unternehmen in die Gewinnzone zurückzuführen.

Der Abgang von Wiedeking dürfte auch das Ende einer Übernahmeschlacht bedeuten. Porsche hatte sich mit der geplanten Übernahme von VW verhoben und Schulden in Milliardenhöhe angehäuft. Nun dürfte der Konzern mit VW fusioniert werden. Porsche wäre in dem Kampf somit der Verlierer.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.07.2009)

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