Unsicherheit über Fed-Politik bremst Europas Börsen aus

Europas Aktienanleger sind am Montag wieder in Deckung gegangen.

Der Dax schloss am Montag mit 9822,08 Punkten zwar 0,3 Prozent höher, doch lag er damit klar unter dem Tageshoch von 9907 Zählern. Der EuroStoxx50 legte ebenfalls leicht zu. "Die Verunsicherung über die US-Geldpolitik hat den Anlegern heute die Kauflaune verdorben", sagte ein Händler. Der US-Notenbanker Eric Rosengren, der in diesem Jahr bei den Zinsentscheidungen stimmberechtigt ist, hatte erklärt, eine Zinserhöhung in der weltgrößten Volkswirtschaft sei wahrscheinlich früher angemessen, als am Markt erwartet. Seine Chefin Janet Yellen hatte noch in der vorigen Woche Spekulationen auf Zinserhöhungen gedämpft.

An der Wall Street notierten der Dow-Jones - und der S&P500 -Index zum Handelsschluss in Europa je etwa 0,2 Prozent niedriger. Der Euro gab wieder nach und rutschte unter die psychologisch wichtige Marke von 1,14 Dollar.

In New York stand die 2,6 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Virgin America durch Alaska Air im Fokus. Virgin America zogen um über 40 Prozent auf 55,15 Dollar an, womit sie leicht unter dem Angebotspreis von 57 Dollar je Aktie blieben. Alaska Air verloren fünf Prozent. Erneut gesucht waren die Aktien von Tesla mit einem Aufschlag von fast vier Prozent. Der Elektroautohersteller hat für sein "Model 3" nach eigenen Angaben binnen eineinhalb Tagen Vorbestellungen im Volumen von mehr als zehn Milliarden Dollar erhalten.

Händler in Frankfurt beklagten den weiter geringen Umsatz. "Viele Anleger sind offenbar noch nicht aus den Osterferien zurück", sagte einer. Die in den nächsten Wochen beginnenden Bilanzsaison werfe ebenfalls ihre Schatten voraus. Es bleibe abzuwarten, wie sich die Unternehmen in den ersten drei Monaten des Jahres geschlagen hätten. Vor allem Banken dürften die Kapriolen an den Finanzmärkten zu spüren bekommen haben.

Am Ölmarkt notierten die Preise für Nordseeöl der Sorte Brent und US-Leichtöl WTI nach einer Berg- und Talfahrt am Abend mit 38,20 und 36,55 Dollar je Barrel (159 Liter) 1,2 und 0,7 Prozent niedriger. Saudi-Arabien hatte am Freitag betont, nur dann die Ölfördermengen einfrieren zu wollen, wenn Iran dies auch tue.

An der Pariser Börse brachen die Aktien von Bouygues um 13,5 Prozent ein. Am Wochenende war die geplante Übernahme von Bouygues durch den Konkurrenten Orange gescheitert. Damit müssten sich die Firmen auf einen harten Preiskampf einstellen, während sie gleichzeitig vor dem kostspieligen Ausbau des Glasfaser-Netzes stünden, warnten Analysten. Die Titel von Orange - dem früheren staatlichen Monopolisten - büßten 6,2 Prozent ein. Iliad, Numericable und dessen Großaktionär Altice verloren bis zu 18 Prozent.

Im Dax führten von der Konjunktur weniger abhängige Aktien die Gewinnerliste an: Merck, Fresenius, Fresenius Medical und Bayer stiegen um bis zu 3,5 Prozent. RWE legten nach einer Kaufempfehlung 3,1 Prozent zu. Auf den Verkaufszetteln standen dagegen die Aktien von Unternehmen mit hoher konjunktureller Abhängigkeit wie Continental, Daimler oder BMW, die ein bis 1,5 Prozent verloren

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