Bei einer Porsche-Übernahme durch VW drohen Steuerzahlungen in Höhe von bis zu drei Milliarden Euro. Die Autobauer versuchen, die Zahlungen zu vermeiden.
Die Übernahme von Porsche durch Volkswagen könnte laut einem Zeitungsbericht noch an den Finanzbehörden scheitern. Bei dem Geschäft drohen mögliche Steuerzahlungen in Höhe von bis zu drei Milliarden Euro, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Montagsausgabe. Es werde zwar nach Wegen gesucht, die Zahlungen an den Fiskus zu vermeiden. Gelinge dies aber nicht, sei der Deal hinfällig, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Aufsichtsratskreisen von Porsche.
Kein Entgegenkommen des Fiskus
Ein entsprechender Vorbehalt sei auch in der Grundlagenvereinbarung enthalten, die am Donnerstag von den Aufsichtsräten der beiden Autobauer verabschiedet werden soll. Eine Entscheidung könnte sich aber noch länger hinziehen. Die Porsche-Übernahme soll laut Nachrichtenagentur dpa auf der Porsche-Aufsichtsratssitzung nicht abschließend verhandelt werden. Eine Entscheidung könnte dann aber auf einer weiteren Sitzung des Kontrollgremiums Ende Juli fallen.
Nach Angaben aus Porsche-Kreisen bemühe sich VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch um eine Lösung, wie sich eine hohe Belastung durch Ertragsteuern vermeiden lasse, schreibt die "Süddeutsche". Dazu solle die Gründung neuer Gesellschaften notwendig sein. Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück lehnte ein Entgegenkommen der Finanzbehörden in der Zeitung strikt ab. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) dürfe keine Steuergeschenke machen.
Wiedeking zu Rücktritt bereit?
Indes gibt es erstmals Signale des umstrittenen Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking, dass er zu einem Rückzug bereit sei. In Aufsichtsratskreisen von Porsche wird er laut "Süddeutsche" mit den Worten zitiert: "Ich kann nicht versprechen, dass ich bleibe, wenn Porsche verkauft wird."
(Ag.)