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Mit Pfeil und Bogen nach Rio de Janeiro

PK BOGENSPORTVERBAN: BALDAUFF
APA/HERBERT PFARRHOFER
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Laurence Baldauff blickt zuversichtlich nach Rio: "Klar will ich eine Medaille". Das Herren-Trio hat noch Chancen auf einen Einzel- und Teamplatz. Bundestrainer Medved blickt schon auf Tokio 2020.

Laurence Baldauff hat den Österreichischen Bogensportverband aus dem Dornröschenschlaf geschossen. Nachdem die gebürtige Luxemburgerin für die erste ÖBSV-Olympia-Teilnahme seit 1984 gesorgt hatte, wollen es die Herren ihr gleichtun. Ende Mai bei der Nottingham-EM geht es für Europas Aktive um drei noch zu vergebende Rio-Einzelplätze, Mitte Juni beim Antalya-Weltcup um weltweit drei im Team.

Am Samstag präsentierte sich der ÖBSV in Neulengbach bei seiner ersten größer angelegten Pressekonferenz und dabei auch seinen Bundestrainer Samo Medved. Seit der Slowene das Amt 2012 übernommen hat, haben sich einige beachtliche Erfolge angesammelt. "Die Voraussetzungen für die Athleten sind hier besser als bei uns", lobte der 56-Jährige seinen Arbeitgeber im Vergleich mit seiner Heimat Slowenien.

Der Olympia-14. 1996 hatte zuvor die Nationalteams in Spanien und Slowenien betreut, sein "Rio-Kader" in Österreich umfasst abgesehen von der 41-jährigen Baldauff ein sehr junges Team. Die 19-jährigen Andreas Gstöttner und Dominik Irasch sowie der 21-jährige Alexander Bertschler werden wohl das ÖBSV-Team für die beiden anstehenden Rio-Qualifikationsturniere bilden. Der 16-jährige Max Lang wird eher für 2020 aufgebaut.

Das Projekt "Tokio 2020" steht schon in den Startlöchern und wird spätestens nach der Vorstandswahl im Oktober starten. Die Funktionsperioden wurden an den olympischen Zyklus angepasst, die seit rund 14 Jahre amtierende Präsidentin Trudy Medwed wird für die nächste vierjährige Amtszeit nicht mehr kandidieren. Nicht, weil sie nicht an die ÖBSV-Zukunft glaubt, sondern um neue Ideen und frischen Wind zu ermöglichen.

Baldauff wird nichts unversucht lassen, der Präsidentin ein tolles Abschiedsgeschenk zu machen. "Klar will ich in Rio eine Medaille bzw. den bestmöglichen Platz erreichen", sagte die Mitte Dezember 2015 eingebürgerte Athletin des burgenländischen Vereins BSV Stöttera. Der Glaube an den Erfolg kam allmählich seit der im August fixierten Qualifikation: "Es ist super beruhigend zu wissen, dass ich das schon in der Tasche habe."

Im September hat sie beim Rio-Testevent den Olympia-Schauplatz "Sambodromo" kennengelernt. Der Wind könnte ein Kriterium werden. "Er ist schwer einzuschätzen." Baldauff trainiert in der Olympia-Vorbereitung verstärkt in Luxemburg in einer von ihr mitgeplanten Halle. Ihren männlichen Team-Kollegen brauche sie für die Rio-Quali keine Tipps geben. "Die sind gut genug, um zu wissen, was sie machen müssen."

Die Konkurrenz in England und der Türkei wird freilich groß, auch wenn nur Aktive noch nicht qualifizierter Nationen teilnehmen dürfen. "Da ist aber in der Mannschaft zum Beispiel Deutschland dabei oder Mexiko, auch eine starke Bogensport-Nation", sagte Gstöttner. Medved weiß auch zu erzählen, dass diese Topnationen mit einem ungleich größeren Umfeld und Betreuerteam gesegnet sind.

Für seine junge Truppe sieht der Coach jedoch in der Kombination aus jugendlicher Unbekümmertheit und professioneller Einstellung einen Vorteil. Medved: "Es ist ein junges Team, das gut unter Stress funktioniert." Bei der Kopenhagen-WM im August hatte die österreichische Herren-Mannschaft trotz oder eben gerade wegen schwieriger Bedingungen (Hagel) das direkte Rio-Ticket als Neunte nur um einen Platz verfehlt.