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Vortrag in Wien: Aufregung um palästinensische Entführerin

Leila Khaled, zuerst Flugzeugentführerin, dann Parlamentarierin.
Leila Khaled, zuerst Flugzeugentführerin, dann Parlamentarierin.JAY DIRECTO / AFP / picturedesk
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Die Staatsanwaltschaft prüft die Einreise von Leila Khaled. Sie ist Mitglied der „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ und hat 1969/70 an mehreren Flugzeugentführungen teilgenommen.

Für Aufregung sorgt ein Vortrag der palästinensischen Aktivistin Leila Khaled in Wien, der für Freitagabend angesetzt ist. Denn Khaled ist Mitglied der „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ (PFLP) und hat 1969/70 an mehreren Flugzeugentführungen teilgenommen. In der arabischen Welt wurde sie zur „Ikone des Palästinenserkampfes“ hochstilisiert, in Israel und im Westen galt sie als Terroristin.

Die Österreichisch-Israelische Gesellschaft (ÖIG) hat nun scharf kritisiert, dass sie in Wien „die gegen die Existenz Israels gerichtete Propaganda“ verbreiten könne. Zugleich hat die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) bei der Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht. Die Behörden sollten den Vortrag untersagen oder die Einreise verweigern. Laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft prüfe diese derzeit die Anzeige, „unter Einbindung des BVT (Bundesamt für Verfassungsschutz)“.

Leila Khaled kommt aus Amman mit einem niederländischen Visum. Vor der Erteilung schickte Den Haag Anfragen an die Schengen-Länder, ob es Einwände gäbe. Nach Angaben des Wiener Innenministeriums entsprachen jedoch die Informationen „nicht vollständig den eingespeicherten Daten der PFLP-Aktivistin“; Wien sagte daher Ja. Erst später sei entdeckt worden, dass es sich um die PFLP-Aktivistin handle. Ein erteiltes Schengen-Visum könne von Wien nicht widerrufen werden.

Die heute 72-Jährige war später Mitglied des Palästinensischen Exekutivrats und kommt nach Wien auf Einladung des Österreichisch-Arabischen Kulturzentrums (Okaz). Sie will über die aktuelle Lage der Palästinenser referieren.

(g.b.)