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Böhmermann-Gedicht wird Fall für österreichischen Presserat

"Österreich" hatte das Gedicht von Satiriker Böhmermann abgedruckt. Nun geht die Union Europäischer Türkischer Demokraten gegen die Zeitung vor.

Die Union Europäischer Türkischer Demokraten (UETD) hat eine Beschwerde beim Presserat gegen die Tageszeitung "Österreich" eingereicht. Der teilweise Abdruck des "Schmähkritik"-Gedichtes von ZDF-Satiriker Jan Böhmermann sei eine "skandalöse Herabwürdigung" des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und verstoße gegen den Pressekodex, hieß es am Freitag auf der Facebook-Seite der UETD.

Im "Österreich"-Artikel vom 13. April, in dem das Gedicht unter dem Titel "Ist dieses wirre Gedicht Kunst oder Skandal?" abgedruckt wurde, seien die Grenzen der "zulässigen Satire und Berichterstattung überschritten" und die Meinungsfreiheit verletzt worden. Es handle sich um eine "eklatante Beleidigung und skandalöse Herabwürdigung von Erdogan", kritisierte die Bewegung. Die UETD gilt als verlängerter Arm der AKP.

"Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner verteidigte das Vorgehen seiner Redaktion und betonte, dass die Zeitung das Gedicht "in kritisch distanzierter Form" abgedruckt habe und "in jeder Form" dem Ehrenkodex des österreichischen Presserates und der österreichischen Rechtsprechung entspreche.

Die UETD wurde vor rund zwölf Jahren in Deutschland gegründet. Ziele sind laut Homepage die "Fokussierung auf die Probleme der Türken in Europa" und "Politische Öffentlichkeitsarbeit".

Das Medium "Österreich" ist bis dato nicht Mitglied im Presserat.

(APA)