Fusion: Immofinanz kauft sich bei CA Immo ein

Bald Grünes Licht für Totalfusion?
Bald Grünes Licht für Totalfusion? REUTERS
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Die Immofinanz hat für 604 Mio. Euro einen 26-Prozent-Anteil an der CA Immo erworben. Ziel ist die vollständige Verschmelzung.

Fast genau ein Jahr, nachdem die Immofinanz ihr Teilangebot für den Erwerb von bis zu 29 Prozent der CA-Immo-Aktien überraschend abgeblasen hatte, hat sie nun doch ein großes Aktienpaket am Konkurrenten erworben. Gemeinsam teilten die Unternehmen mit, dies sei der erste Schritt für eine vollständige Verschmelzung.
Konkret hat die Immofinanz einen Kaufvertrag für 25,69 Millionen CA-Immo-Aktien und vier Namensaktien unterschrieben, die jeweils mit dem Recht ausgestattet sind, ein Mitglied in den Aufsichtsrat der CA Immo zu entsenden.

Das Paket entspricht einem Anteil von rund 26 Prozent. Verkäufer sind die O1 Group des russischen Immobilienmilliardärs Boris Mints und die Terim Limited. Mints hatte zuvor gemeinsam mit der CA Immo für die Immofinanz geboten. Die beiden Immobilienriesen haben sich viele Monate eine Schlacht um den gegenseitigen Einstieg geliefert - Rechtsstreitigkeiten inklusive.

Verschmelzung frühestens 2017

Eine Verschmelzung der beiden Immobilienkonzerne könnte frühestens kommendes Jahr über die Bühne gehen. Aktuell gehen die beiden Unternehmen davon aus, dass die Hauptversammlungen, die über den geplanten Zusammenschluss entscheiden, 2017 stattfinden werden, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung am Montag. Bis dahin braucht es noch viele Genehmigungen.

Das nunmehrige Transaktionsvolumen beläuft sich auf 604 Millionen Euro und soll durch zusätzliches Fremdkapital sowie die Ausgabe einer Wandelschuldverschreibung finanziert werden. Die Immofinanz zahlt für eine CA-Immo-Aktie 23,50 Euro - das ist um einiges mehr als der aktuelle Börsenkurs. Am Freitag schloss das CA-Immo-Papier bei 17,44 Euro. Der Abschluss der Transaktion (Closing) ist für Sommer 2016 geplant und vorbehaltlich der Zustimmung durch die Wettbewerbsbehörden, den Aufsichtsrat der Immofinanz sowie den Vorstand der CA Immo für die Übertragung der Namensaktien.

Verlustreiches Russlandportfolio soll verkauft werden

Vor dem geplanten vollständigen Zusammenschluss will die Immofinanz noch ihr verlustreiches Russlandportfolio abspalten oder verkaufen. Die Immofinanz hat ihre russischen Immobilien zuletzt um 400 Millionen Euro abwerten müssen, was dem Konzern in den ersten drei Quartalen 2015/16 einen dreistelligen Millionenverlust bescherte.

Die beiden Vorstände von CA Immo und Immofinanz sprachen am Montag von großen zu erwartenden Synergieeffekten. Auch CA-Immo-Aufsichtsratschef Wolfgang Ruttenstorfer äußerte sich positiv zum geplanten Zusammenschluss. Dies sei "der nächste logische Schritt in der Evolution unseres Unternehmens", wird er in einer gemeinsamen Meldung der beiden Unternehmen zitiert.

Eine Verschmelzung muss laut österreichischem Aktiengesetz von beiden Hauptversammlungen mit einer Mehrheit von 75 Prozent der Stimmen auf Basis eines Verschmelzungsberichts der Organe beider Unternehmen beschlossen werden.

Aktien nach oben gesprungen

Die Aktien der CA Immo sind am Montag nach der Einigung mit der Immofinanz über einen Zusammenschluss deutlich nach oben gesprungen. Gegen 9.10 Uhr befestigten sich die CA-Immo-Papiere um 7,22 Prozent auf 18,70 Euro. Die Aktien der Immofinanz verzeichneten ein Plus von 1,81 Prozent auf 2,026 Euro.

(APA)

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