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"Don Corleone-Finanzierung": CIT's schamlose Rettung

Marlon Brando als Don Corleone in
(c) AP
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Auf den ersten Blick erscheint die geplante Rettung des angeschlagenen US-Mittelstandsfinanziers CIT als großzügiges Angebot der Kreditgeber. Doch der Teufel steckt im Detail.

Der US-Mittelstandsfinanzierer CIT ist vorerst gerettet. Wichtige Kreditgeber wie die Allianz-Tochter Pimco gewährten in letzter Minute einen Nothilfe über drei Milliarden Dollar (2,11 Mrd. Euro). Der Finanzierer hat damit die drohende Pleite noch einmal abwenden können. Doch nun werden Details über die Konditionen der Kreditgeber bekannt. Ein Experte spricht angesichts ungeheuerlicher Bedingungen offen von "Don Corleone-Finanzierung", berichtet die Finanz-Nachrichtenagentur "Bloomberg".

Der Teufel steckt im Detail

Konkret stimmte CIT zu, für den Kredit mit einer Laufzeit von zweieinhalb Jahren eine Gebühr von fünf Prozent sowie jährlich Zinsen in der Höhe von mindestens 13 Prozent zu zahlen. Die Zinsen für Kredite dieser Art, also an Pleite-gefährderte Unternehmen, liegen heuer im Durchschnitt bei 10,25 Prozent. Zudem verspricht der angeschlagene Finanzier seinen Kreditgebern Vermögen im Wert des fünffachen der Kreditsumme als Sicherheit. Bei "debtor in possession"-Krediten - also Krediten, bei denen die neuen Kreditgeber Vorrang vor allen anderen Gläubigerforderungen haben - lag der Zinssatz nie höher als bei sieben Prozent.

Darüber hinaus erhalten die Kreditgeber für jenen Teil, der nicht in Anspruch genommen wird, in einer jährlichen Zahlung ein Prozent.

"Sie zocken alle ab"

"Die Bedingungen sind ungeheuerlich", kritisiert Dwayne Moyers von SMH Capital Advisors. "Mit diesen Bedingungen zocken sie alle ab", sagt er. Und die Kreditbedingungen warten mit weiteren pikanten Details auf.

Sollte CIT den Kredit frühzeitig tilgen wollen, fallen zudem zwei Prozent "Exit Fee" sowie ein Aufpreis von 6,5 Prozent jenes Betrages an, um den der Kredit reduziert werden soll.

"Bei diesem Deal kann man kein Geld verlieren"


Sean Egan von der Ratingagentur Egan-Jones zieht einen drastischen Vergleich: "Das nennt man Don Corleone-Finanzierung". Er spielt damit auf die im Hollywood-Klassiker "Der Pate" von Marlon Brandverkörperte Mafia-Figur Don Corleone an. "Bei diesem Deal kann man kein Geld verlieren", fügt er hinzu. Im Falle einer CIT-Pleite wären die Kreditverleiher hundertprozentig abgesichert.

Jenseits der verbrecherischen Unterwelt kenne er keine Kredite, die derart abgesichert seien. "Bei diesen Bedingungen würde sogar einem Pfandleiher die Schamesröte ins Gesicht steigen", meint er.

(phu)