Wahlkampf-Finale: Khol greift Griss an

Wahlkampf-Finale: ÖVP mobilisiert gegen Griss
Wahlkampf-Finale: ÖVP mobilisiert gegen Griss(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
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"Die Kandidatin vertritt keine bürgerlichen Werte", sagt der Hofburg-Kandidat der ÖVP. "Da wird Van der Bellen links überholt."

Als erster der sechs Kandidaten hat Andreas Khol (ÖVP) am Freitag seinen Endspurt zur Bundespräsidentenwahl gestartet. Khol und Parteichef Reinhold Mitterlehner zeigten sich den Umfragen zum Trotz kämpferisch und forderten Wahlkampfeinsatz bis zuletzt. Hauptangriffsziel beim "Wahlkampfabschluss" im Garten des Wiener Palais Schönborn war Irmgard Griss.

Griss konnte im Wahlkampf auch in bürgerlichen und VP-nahen Kreisen punkten und liegt in den Umfragen deutlich vor Khol. Der vermied es zwar, ihren Namen zu nennen, attackierte sie aber dennoch scharf. "Die Kandidatin vertritt keine bürgerlichen Werte", rief er seinen Fans zu. Vielmehr sei sie für Erbschaftsteuer und Gesamtschule und würde weitere 90.000 Flüchtlinge aufnehmen. "Da wird Van der Bellen links überholt." Nun gehe es darum, "die Bürgerlichen hinter mir zu versammeln".

"Mitbewerberin hat immer Zustimmung heischend zu mir geschaut"

Im Übrigen strich Khol seine Erfahrung hervor: In der Elefantenrunde habe bei Sachfragen jeder ihn angesehen. "Meine Mitbewerberin hat immer so Zustimmung heischend zu mir geschaut und wenn ich mit dem Kopf genickt habe, hat sie gelacht", meinte der VP-Kandidat.

Parteichef Reinhold Mitterlehner spielte auf Griss' mangelnde politische Erfahrung an: "Kann das sein, dass jemand das höchste Amt im Staat dort erlernen will?" Die Entscheidung, Khol in den Wahlkampf zu schicken, verteidigte der VP-Obmann. Khol sei nicht nur der kompetenteste Kandidat, sondern auch der beste Wahlkämpfer. Von Meinungsumfragen dürfe man sich nicht beeindrucken lassen: "Alles ist möglich und wir machen es möglich!"

Zuvor hatte schon der Wiener VP-Chef Gernot Blümel angekündigt, bis Sonntag für Khol "laufen" zu wollen und die Freude des früheren Nationalratspräsidenten am Wahlkampf beschrieben. Der Kandidat nahm den Ball gerne auf und versicherte, in die Stichwahl kommen zu wollen: "Mir gefällt das so gut, der Wahlkampf, dass ich Euch bitte: legen wir noch ein Monat zu." Dass man im Wahlkampf durchaus mit Gegenwind zu kämpfen hatte, gestand Kampagnenleiter Thomas Kratky ein: "Es gibt leichte Wahlkämpfe und es gibt schwere Wahlkämpfe und es gibt den Bundespräsidentenwahlkampf 2016."

Gekommen waren neben Khol und Mitterlehner auch der neue Innenminister Wolfgang Sobotka, Familienministerin Sophie Karmasin und Staatssekretär Harald Mahrer (Finanzminister Hans Jörg Schelling fehlte termin-, Außenminister Sebastian Kurz krankheitsbedingt). Gemeinsam stellten sie sich dann mit dem Kandidaten zum Familienfoto auf die Bühne, bevor Andreas Bouranis WM-Song "Auf uns" ("hier geht jeder für jeden durchs Feuer, im Regen stehen wir niemals allein") die Gartenparty beendete.

(APA)

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