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Wählerstrom: Hofer punktete bei ÖVP- und SPÖ-Wählern

Wählerstrom: Hofer punktete bei ÖVP- und SPÖ-Wählern
Norbert HoferAPA/HARALD SCHNEIDER
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86 Prozent der FPÖ-Wähler gingen am Sonntag zur Bundespräsidetschaftswahl und blieben dem freiheitlichen Lager mit seinem Kandidaten Hofer treu.

Der Gewinner des ersten Wahldurchgangs, FPÖ-Kandidat Norbert Hofer, hat auch von den Regierungsparteien viele Stimmen erhalten. 266.000 Menschen, die bei der Nationalratswahl noch ÖVP ankreuzten, stimmten nun für Hofer, die SPÖ verlor 169.000 Wähler an den Blauen. Alexander Van der Bellen punktete bei 202.000 früheren SPÖ-Wählern, geht aus der Wählerstromanalyse von SORA im Auftrag des ORF hervor.

(c) APA

Die FPÖ hat für die Bundespräsidentenwahl auch am besten mobilisiert. 824.000 bzw. 86 Prozent der FPÖ-Wähler gingen zur Wahl und blieben dem freiheitlichen Lager mit seinem Kandidaten treu, nur fünf Prozent der FPÖ-Wähler blieben zu Hause. Auch 49.000 Wahlberechtigte, die der Nationalratswahl 2013 fernblieben, stimmten nun für Hofer. Zudem holte sich der FPÖ-Kandidat 122.000 Team Stronach-Stimmen.

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Van der Bellen überzeugte neben 400.000 Grünwählern und 202.000 SPÖ-Anhängern auch 82.000 Neos-Sympathisanten und 74.000 frühere ÖVP-Wähler. Auch 84.000 Nichtwähler von 2013 stimmten nun für Van der Bellen. Mit früheren Team Stronach-Wählern und FPÖ-Anhängern hat der ehemalige Grüne Bundessprecher kaum Überschneidungen.

Griss fischte am meisten Stimmen bei der ÖVP

Die drittplatzierte unabhängige Kandidatin Irmgard Griss fischte durch die Bank in allen politischen Lagern. Die meisten Stimmen erhielt sie von früheren ÖVP-Wählern (208.000), gefolgt von 122.000 früheren roten und 121.000 grünen Anhängern. Auch 112.000 Neos- und 95.000 Team Stronach-Wähler votierten für Griss. 44.000 Nichtwähler gingen für die ehemalige Höchstrichterin zur Wahl. Von der FPÖ wechselten die wenigsten Wähler zu Griss, nämlich nur 27.000.

Zu ÖVP-Kandidat Andreas Khol und SPÖ-Bewerber Rudolf Hundstorfer wechselten kaum Sympathisanten anderer Parteien. Ihnen blieben de facto nur treue Stammwähler, bei Hundstorfer sind dies 402.000, bei Khol 379.000. Für Hundstorfers Niederlage ist vor allem die schwache Mobilisierung verantwortlich. 24 Prozent bzw. 303.000 Menschen, die 2013 die SPÖ wählten, warfen dieses Mal keinen Stimmzettel in die Urne. Deutlich weniger, aber mit 160.000 doch die zweitmeisten Stimmen ins Nichtwählerlager verloren hat die ÖVP.

Betrachtet man die Zusammensetzung des erreichten Ergebnisses, fällt bei Hundstorfer (87 Prozent SPÖ-Stimmen) und Khol (80 Prozent ÖVP-Stimmen) der hohen Stammwähleranteil auf. Griss' rund 693.000 Stimmen kamen zu 26 Prozent von der ÖVP - und zu jeweils 15 Prozent von SPÖ, Grünen sowie 14 Prozent von NEOS. Hofer holte sich seine 1,363.000 Stimmen nur zu 55 Prozent in er eigenen Partei, zu 18 Prozent in der ÖVP und zu elf Prozent bei der SPÖ. Van der Bellens 763.000 Stimmen beruhen zu 44 Prozent auf Grün-Wählern und zu 22 Prozent auf roten Wählern, aber nur zu acht Prozent auf ÖVP-Sympathisanten.

(APA)