Der Ex-OeNB-Chef rät zu mehr Eigenkapital.
Wien (APA). Klaus Liebscher war einst Chef der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Jetzt ist er Vorstand der staatlichen Finanzmarktbeteiligung AG (Fimbag), die das österreichische Bankenhilfspaket koordiniert. Er rät den heimischen Banken zu einer starken Kapitalausstattung. Zwangsbeglückungen lehnt er aber ab.
Die OeNB hat in ihrem jüngsten „Stresstest“ für die Banken errechnet, dass in einem Rezessionsszenario die Kernkapitalquote der im Osten exponierten Institute (Bank Austria, Erste Group, RZB, ÖVAG, Bawag, Hypo Alpe Adria) wegen milliardenschwerer Kreditabschreibungen auf 5,1 Prozent schrumpfen könnte. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestquote von vier Prozent.
„5,1 Prozent halte ich nicht für beruhigend“, sagt Liebscher. Szenarien wie in einer Studie von Credit Suisse, die im Osten für Österreichs Banken bis zu 69 Mrd. Euro Kreditabschreibungen sehen, kann er nicht nachvollziehen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2009)