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Grün-blau oder: Das Ende des roten Wien

Ein grün-blaues Wien.
Ein grün-blaues Wien.(c) Grafik, Die Presse
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Analyse. Die inneren Bezirke sind grün, die Flächenbezirke blau. Der Trend der Gemeinderatswahl bestätigt sich. Hundstorfer konnte nur drei kleine Wahlsprengel für sich entscheiden.

Wien. Die Stadt ist zerrissen. Die Präsidentschaftswahl vom Sonntag hat die Bezirke in der (vormals) roten Hochburg in Grün und Blau neu eingefärbt. Das Match um die Bundeshauptstadt konnte Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen mit 31,96 Prozent für sich entscheiden und hat in 17 Bezirken den Sieg geholt. Die übrigen sechs Bezirke gehen an den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer, der in Summe 29,28 Prozent geholt hat.

Eine bittere Niederlage für den gebürtigen Wiener Rudolf Hundstorfer, der 12,31 Prozent der Stimmen geholt hat und nur drei kleine Wahlsprengel für sich entscheiden konnte. Erst vor wenigen Monaten konnte die SPÖ bei der Gemeinderatswahl die Bundeshauptstadt noch mit 39,9 Prozent gegen die FPÖ verteidigen.

Grün-blaues Wien.
Grün-blaues Wien.(c) Grafik, Die Presse

Flächenbezirke tendieren nach rechts

Aber schon dort zeichnete sich eine Entwicklung ab, die nun nur noch einmal bestätigt wurde: Während die inneren Bezirke eher links orientiert sind, tendieren die Flächenbezirke wie Liesing, Donaustadt oder Floridsdorf nach rechts. Der Wahlkampf der SPÖ basierte im Herbst auf einer klaren Haltung zur Flüchtlingsfrage, hielt die Willkommens-Kultur hoch – während sie so in den inneren Bezirken damit punkten konnten, verloren sie in den äußeren an die FPÖ. Simmering mussten sie gar an die Blauen abtreten. Inhaltlich war Van der Bellens Wahlkampf der damaligen Linie Häupls viel näher als Hundstorfers. Während sich Van der Bellen – selbst ein Flüchtlingskind – sehr klar gegen eine Obergrenze aussprach, legte Hundstorfer in dieser Frage eine Ja-aber-Haltung an den Tag.

Bisher gar nicht honoriert wurden die von SPÖ und ÖVP angekündigten Parteireformen – die ÖVP-Chef Gernot Blümel schon weitgehend umgesetzt hat. Die ÖVP fiel mit Spitzenkandidat Andreas Khol in Wien nochmal unter ihren historischen Tiefstand vom Herbst von 9,2 Prozent. Khol bekam nur 5,7 Prozent der Stimmen.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.04.2016)