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Streik: Massive Flugausfälle am Mittwoch

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APA/AFP/CHRISTOF STACHE
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Die AUA-Mutter warnt vor Ausfällen auf deutschen Flughäfen. Auch sechs Lufthansa-Flüge zwischen Wien und München werden gestrichen.

Zehntausende Reisende müssen sich am Mittwoch auf Verzögerungen und Ausfälle im Flugverkehr einstellen: Bei der Lufthansa fallen wegen der Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi am Mittwoch fast 900 Flüge aus. Davon seien insgesamt 87.000 Passagiere betroffen, erklärte die Airline am Dienstag. Von den ursprünglich geplanten rund 1500 Flügen könnten damit 40 Prozent an den Start gehen. Seit Montagabend gebe es einen Sonderflugplan.

Auch Österreich ist vom Streik betroffen: Sechs Lufthansa-Flüge werden ausfallen, jeweils drei von München nach Wien und umgekehrt, hieß es am Vormittag vom Flughafen Wien. Den Passagieren wird jedenfalls empfohlen, sich bei den Fluglinien über den Status ihrer Flüge zu erkundigen.

Aber auch innerdeutsche und europäische Strecken seien betroffen, sodass es am Mittwoch nur rund 90 Flüge von und nach München geben werde. Auch sechs Lufthansa-Flüge zwischen Wien und München werden gestrichen. Air Berlin wies ebenfalls darauf hin, dass es durch den Streik zu Verzögerungen und Flugausfällen kommen könne.

Verdi hat zu Warnstreiks an den Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Hannover aufgerufen. Mit den Ausständen will die Gewerkschaft den Druck im Tarifstreit über den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen erhöhen. Sie verlangt sechs Prozent mehr Geld. Auch in vielen anderen Bereichen wie Kindergärten, Krankenhäusern, Rathäusern und dem Nahverkehr sind die Beschäftigten derzeit immer wieder im Ausstand.

Frankfurt: Ab 15 Uhr wieder Normalbetrieb

Wie die Airline weiter mitteilte, ist der größte Teil der internationalen Flüge von und nach Frankfurt nicht betroffen. Am wichtigsten Drehkreuz Deutschlands müssten allerdings die meisten innerdeutschen Verbindungen und zahlreiche Europa-Flüge annulliert werden. Nach dem Ende des Streiks in Frankfurt sollen ab 15.00 Uhr die Lufthansa-Flüge wieder normal verkehren. Auch an den anderen betroffenen Flughäfen wird es nach Unternehmensangaben Annullierungen geben.

Bestreikt werden sollen etwa Werkstätten, Luftsicherheitskontrollen sowie Bodenverkehrsdienste wie Vorfeld, Fracht, Gepäck und Verwaltung. Noch einschneidender sind Arbeitsniederlegungen bei den Flughafenfeuerwehren, die für Frankfurt, München und Köln/Bonn angekündigt sind. Ohne Feuerwehr ist ein Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Der Flughafenverband ADV hatte die Warnstreiks als "völlig unangemessen" kritisiert. Die Lufthansa veröffentlichte am Montagabend einen Sonderflugplan.

Verdi-Chef Frank Bsirske verteidigte die Maßnahmen. "Wir haben die Aktionen bereits am Freitag angekündigt, um betroffenen Passagieren entgegenzukommen", sagte Bsirske den "Ruhr Nachrichten" (Dienstag). "Die Arbeitgeber sollten ihre Haltung und ihr Angebot überprüfen, damit in der dritten Verhandlungsrunde am Donnerstag und Freitag eine Lösung gefunden werden kann."

"Brauchen dringend Regeln für Arbeitskämpfe"

Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens sagte laut Mitteilung, der Streik zeige erneut, "dass wir dringend Regeln für Arbeitskämpfe im Luftverkehr benötigen". Ihr Unternehmen fordere verbindliche Mediations- oder Schlichtungsverfahren vor Arbeitskämpfen.

Im November hatten die Flugbegleiter der Muttergesellschaft Lufthansa den bisher heftigsten und mit sieben Tagen längsten Streik in der Geschichte des 60 Jahre alten Unternehmens organisiert. Die Kosten allein dafür schätzte Lufthansa auf rund 140 Mio. Euro, die sich zu den bereits aufgelaufenen 130 Mio. Euro aus drei Streikrunden der Piloten addierten. Deren Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst, während für die Flugbegleiter der Schlichter Matthias Platzeck bis zum Sommer ohne Streikdruck nach einer Lösung sucht.

(APA/dpa)