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Zumtobel schließt deutsches Werk mit 156 Mitarbeitern

THEMENBILD: LEUCHTENHERSTELLER ZUMTOBEL BAUT BIS ZU 600 STELLEN AB
APA/BARBARA GINDL
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Der Leuchtenhersteller zieht sich Ende August aus Usingen zurück. Als Gründe werden zu geringe Auslastung und hohe Produktionskosten genannt.

Der börsenotierte Vorarlberger Leuchtenkonzern Zumtobel AG schließt sein Werk in Usingen (Hessen). Zum 31. August 2016 werden 156 Mitarbeiter ihre Stelle verlieren. Als Gründe nannte Zumtobel die nicht zufriedenstellende Auslastung, hohe indirekte Produktionskosten und eine geringe strategische Relevanz der dort hergestellten medizinischen Versorgungseinheiten, die man nun aus dem Markt nehme.

Gerüchte um das Werk Usingen gab es bereits seit längerem. Zumtobel hielt mit seiner Unzufriedenheit mit der Produktionsstätte nicht hinterm Berg. Vor einigen Monaten begann die Gruppe daher die Suche nach einem Partner, die jedoch nicht von Erfoplg gekrönt wurde. Auch unter Berücksichtigung der weltweiten Produktionskapazitäten sei die Fortführung des Standorts "keine wirtschaftlich tragfähige Alternative".

Rückzug von "Medicals"

Im Zuge der Schließung werde man das Produktportfolio für medizinische Versorgungseinheiten, sogenannte "Medicals", aus dem Markt nehmen. Bestehende Kundenaufträge würden noch ausgeliefert. Alle übrigen Produkte, die bisher in Usingen hergestellt wurden, darunter Steh- und Pendelleuchten sowie Stromschienen, würden künftig in den Werken in Dornbirn und im deutschen Lemgo gefertigt.

Für die betroffenen 156 Mitarbeiter will der Konzern in Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern nun sozial verträgliche Lösungen suchen.

Gewinnwarnung

Die Zumtobel Group musste bereits in den zwei Vorjahren Produktionsstätten in Landskrona (Schweden), Ennenda (Schweiz) und Tianjin (China) schließen und zwei Niederlassungen in Innsbruck sowie im neuseeländischen Auckland verkaufen.

Zumtobel war bereits vor zwei Wochen in die Schlagzeilen geraten, als das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr (zum 30. April) zum zweiten Mal binnen weniger Monate eine Gewinnwarnung abgab. Der Vorstand ging zuletzt für das Gesamtjahr 2015/16 von einem operativen Ergebnis (bereinigtes Ebit) von 55 bis 60 Mio. Euro (Vorjahr: 66,5 Mio. Euro) und einem Umsatzwachstum von rund 2,5 Prozent aus. Zuvor hatte die Prognose für das bereinigte Ebit auf 70 bis 80 Mio. Euro gelautet, bei einem Umsatzzuwachs von fünf Prozent.

(APA)