Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Russland will auf Nato-Aufrüstung in Osteuropa reagieren

Russischer T-72 bei einem Wettbewerb
Russischer Panzer bei einem WettbewerbRussian Army
  • Drucken

Außenminister Lawrow sagte, man werde auf die Stärkung der Nato in deren Ostregion antworten. Auch das neutrale Schweden wird vor Aufrüstung gewarnt.

Russland will auf eine geplante Aufrüstung in der östlichen Nato-Region (Polen, Baltikum, Rumänien, Ungarn, Bulgarien) reagieren: "Wir haben immer gesagt, wenn sich militärische Infrastruktur der russischen Grenze nähert, dann werden wir selbstverständlich die notwendigen Maßnahmen ergreifen", sagte Außenminister Sergej Lawrow der schwedischen Zeitung "Dagens Nyheter".

Das Verhältnis zwischen der Allianz und Russland ist wegen des Ukrainekonflikts zerrüttet. Mitte April hatte zum ersten Mal seit zwei Jahren der Nato-Russland-Rat wieder getagt, aber ohne sichtbare Ergebnisse zu bringen.

Russland habe ein Abkommen vorgeschlagen, sagte Lawrow einer Mitteilung des Ministeriums in Moskau vom späten Donnerstagabend zufolge. Darin sollten sämtliche Panzer und Artilleriegeschütze bis hin auf Bataillonsebene in Osteuropa festgeschrieben werden. "Aber sie (die Nato, Anm.) haben eine Diskussion darüber kategorisch ausgeschlossen."

Eine russische Reaktion auf Pläne für weitere deutsche Soldaten in Osteuropa lag zunächst nicht vor.

Russland müsse mit adäquaten Mitteln auf die Stationierung von NATO-Truppen und -Ausrüstung nahe seiner Grenze antworten, betonte Lawrow. Das gelte auch für einen möglichen Beitritt des neutralen Staates Schweden zur Nato.

Mit Russlands Außenminister Lawrow ist nicht immer gut Borscht essen.
Mit Russlands Außenminister Lawrow ist nicht immer gut Borscht essen.REUTERS

In Schwedens Nachbarland Finnland, das ebenfalls neutral ist, wurde indes ein von der Mitte-Rechts-Regierung in Auftrag gegebener Bericht bekannt. Ein Nato-Beitritt würde demzufolge die Sicherheit des Landes stärken, zugleich aber zu einer ernsten Krise mit Russland führen. Zwar sei ein offener Konflikt unwahrscheinlich, heißt es in der Studie einer Expertengruppe. Ein Beitritt zur Nato würde aber zu einer harschen Reaktion Russlands führen und die Wirtschaftsbeziehungen beeinträchtigen. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze mit Russland.

Nato-Überlegungen in Finnland

Finnland hat in der Folge der russischen Oktoberrevolution 1917 seine Unabhängigkeit von Russland gewonnen, sie aber fast wieder verloren, als es im Zweiten Weltkrieg gegen die Sowjetunion kämpfte. Kurz zuvor, 1939/40, hatte es ebenfalls Krieg zwischen beiden Ländern gegeben, weil Finnland russischen Gebietsforderungen nicht nachkam. Russland gewann diesen "Winterkrieg" gegen den militärisch völlig unterlegenen Gegner nur durch exorbitanten Einsatz von Mann und Material und unter enorm hohen Verlusten.

In der Zeit des Kalten Krieges pflegte Finnland enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zum Westen, vermied aber auch eine Konfrontation mit dem Nachbarn im Osten.

(APA)