Porsche: Nicht zehn, sondern 14 Milliarden Euro Schulden

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Die Finanznot von Porsche ist offenbar noch größer als angenommen. Die Schulden belaufen sich Medienberichten zufolge auf 14 Milliarden, der Sportwagenhersteller wäre ohne VW zahlungsunfähig gewesen.

Die Finanznot von Porsche ist laut Medienberichten dramatischer als bisher bekannt. Nach Angaben von "Spiegel" und "Focus" hat der deutsche Sportwagenbauer inzwischen einen Schuldenberg von 14 Milliarden Euro angehäuft. Die beiden Magazine beriefen sich in ihren Vorabberichten vom Samstag auf Bankenkreise beziehungsweise Teilnehmer der Porsche-Aufsichtsratssitzung in der Nacht zum Donnerstag. Porsche sprach bisher von einer Verschuldung in Höhe von neun bis zehn Milliarden Euro.

Laut "Focus" haben die Stuttgarter einen Schuldenberg von rund 14 Milliarden Euro angehäuft, vor allem durch den Kauf von VW-Aktien auf Pump sowie den Rückgang im Autogeschäft. Sitzungsteilnehmer berichteten, wäre es nicht zu einer Einigung mit VW gekommen, wäre Porsche in etwa zwei Wochen zahlungsunfähig gewesen.

Laut "Spiegel" machte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann dem Porsche-Miteigentümer Wolfgang Porsche höchstpersönlich deutlich, wie ernst die Lage und wie dringend nötig eine Kapitalerhöhung sei.

In den nächsten Tagen wollen die VW-Experten laut "Focus" anfangen, alle Bilanzen und Berichte von Porsche sorgfältig zu prüfen. Erst danach entscheidet sich, wie hoch der Kaufpreis sein wird. VW will spätestens bis Jahresende 49,9 Prozent der Porsche AG übernehmen, den Rest im nächsten Jahr.

Porsche-Sprecher Anton Hunger sagte zu den genannten 14 Milliarden Euro am Samstag auf Reuters-Anfrage: "Ich kann diese Zahl nicht bestätigen." Nach seinen Worten liegt die Netto-Verschuldung von Porsche insgesamt bei rund zehn Milliarden Euro.

(Ag.)

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