Porsche: Wiedeking zieht positive Bilanz

Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking zieht Bilanz.
Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking zieht Bilanz.(c) AP (Daniel Roland)
  • Drucken

Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking bedauert die Art seines Abgangs. Was er in seiner 17-jährgen Amtszeit erreicht habe, sei ihm 1992 "nicht einmal im Traum eingefallen".

Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat eine positive Bilanz seiner 17-jährigen Amtszeit gezogen, aber Bedauern über die Art seines Abgangs geäußert. Was er letztlich erreicht habe, wäre ihm 1992 "nicht einmal im Traum eingefallen. Ich habe 17 Jahre lang mit vollem Einsatz meine Arbeit gemacht", sagte Wiedeking der deutschen "Bild am Sonntag". "Natürlich hätte ich mir einen anderen Abgang gewünscht, da bin ich ganz offen."

Wiedeking beschrieb auch seine Gefühle bei seinem Abschied: Er sei unendlich stolz auf die Porsche-Belegschaft, die "in guten wie in schlechten Zeiten hinter ihm gestanden" habe. "Dass mich die Mitarbeiter bei meiner - wenn man so will - Abschiedsveranstaltung ihre Sympathie noch einmal so innig und ergreifend haben spüren lassen, hat gut getan. Ich bin alles andere als ein Weichei, aber dieser Rückhalt, den mir die Kollegen geschenkt haben, macht auch mich sentimental", erklärte er.

Nichts für die Ahnengalerie

"Als Buhmann galt ich vielleicht für Widersacher, nie für meine Mitarbeiter. Aber als Legende - bei aller mir eigenen Bescheidenheit - tauge ich wirklich nicht," ergänzte Wiedeking. Auf die Frage, ob er glaube, im Porsche-Museum einen würdigen Platz zu bekommen, sagte er: "Ich war ein angestellter Manager und habe daher in einer Ahnengalerie nichts verloren. Außerdem: Eine museale Figur bin ich noch lange nicht." Er habe noch einen Schreibtisch in der Porsche-Zentrale. Laut "Bild am Sonntag" ist auch vorgesehen, dass er Nachfolger Michael Macht bei Bedarf berät.

Porsche hatte in den vergangenen Jahren eine Mehrheit von 51 Prozent an Volkswagen zusammengekauft und sich zusätzliche Optionen gesichert, sich mit dem riskant finanzierten Plan am Ende aber selbst in Not gebracht. Nun kehren sich die Machtverhältnisse um: Porsche soll in den VW-Konzern eingegliedert werden. Die Aufsichtsräte von Porsche und VW hatten am Donnerstag den Weg für eine Verschmelzung freigemacht. Der Porsche-Aufsichtsrat beschloss zudem eine mindestens fünf Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung. Wiedeking wurde zusammen mit Finanzchef Holger Härter vor die Tür gesetzt.

(Ag.)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.