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Monika Forstinger: Nach wie vor Mitglied der FPÖ

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Die frühere Verkehrsministerin ist heute selbstständige Unternehmensberaterin.

Monika Forstinger war nur eineinviertel Jahre Verkehrsministerin. In dieser turbulenten Zeit hat sie aber mehr erlebt als so manch anderer Minister in mehreren Legislaturperioden. „Die emotionale Ebene war etwas, auf der man mich sehr treffen konnte. Das haben meine Gegner gewusst“, sagt Forstinger. Die Zeit in der Politik bereue sie aber keinesfalls. „Heute noch freue ich mich, wenn ich meine Handschrift erkenne – bei der Mautregelung oder beim Generalverkehrsplan.“

Nach ihrem – mehr oder weniger erzwungenen – Rücktritt als Ministerin hätte Forstinger als Managerin für ihren früheren Arbeitgeber, den Papierkonzern SCA, in die USA gehen können. Doch sie zog ein Postgraduate-Studium in Fontainebleau (Frankreich) vor. Und machte sich danach mit der Beratungsfirma „proquest“ selbstständig – mit Hauptsitz in ihrer oberösterreichischen Heimat Roitham und einer Dependance beim Wiener Naschmarkt. Sie habe nicht auf politische „Freundschaften“ bei der Jobsuche angewiesen sein wollen. Ihre Kunden kommen aus der Papierindustrie und der Verkehrsbranche, etwa die niederländische Bahn. Als sie 2003 einen Auftrag der ÖBB annahm, stand sie plötzlich wieder in der Zeitung. „Ich habe lediglich Immobilien für die ÖBB bewertet – für ein Honorar von 15.000 Euro“, erklärt Forstinger. „Darf jemand, der einmal in der Politik war, keine Geschäfte mehr machen?“ Spezialisiert hat sie sich mit ihrer Firma nun auch auf Risikomanagement – in Zeiten wie diesen keine schlechte Idee.

 

Stöckelschuhe und Minirock

Forstinger ist nach wie vor FPÖ-Mitglied. „Eine Wiedervereinigung im Dritten Lager, das wäre mein Wunsch“, sagt sie. Auch mit Susanne Riess-Passer, ihrer Erfinderin, ist sie nach wie vor in Kontakt. Und wie war das damals wirklich mit dem Stöckelschuh- und Minirockverbot in ihrem Ministerium? „Davon kann keine Rede sein. Ich habe lediglich Wert auf ein entsprechendes Auftreten gelegt. Schließlich komme ich selbst aus einer strengen Schule, einer Klosterschule.“ Stöckelschuhe hätten am Steinboden im Ministerium allerdings schon einen ziemlichen Lärm verursacht.

Als sie noch Ministerin war, wurde Forstinger auch alle paar Monate eine Schwangerschaft angedichtet. Es war erst nach ihrer Politkarriere so weit. Heute ist sie Mutter eines vierjährigen Buben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2009)