Skylink: 80 Millionen Euro in Sonderbudget

(c) APA (Georg Hochmuth)
  • Drucken

Teile der Baukosten sollen in „geheime“ Budgets ausgelagert worden sein. Flughafen dementiert. Auch in Frankfurt explodieren die Airrail-Baukosten.

Wien (ag./red.).Die Explosion der Kosten am Flughafen in Schwechat scheint weiterzugehen: Der Vorstand soll 2007 begonnen haben, Teile der Skylink-Investitionen in geheime Sonderbudgets auszulagern, um so die offiziellen Baukosten zu drücken, berichtet das Nachrichtenmagazin „Profil“ in seiner aktuellen Ausgabe. Kostenblöcke wie die Möblierung, Sicherheit, Leitsystem oder Werbung seien aus dem eigentlichen Skylink-Budget entfernt worden, heißt es.

In Summe hätten die Investitionen, die vom Flughafen unter „Fremdprojekte“ geführt worden seien, ein Volumen von rund 80 Mio. Euro. Rechnet man diese Kosten und andere bereits bei Projektstart offiziell ausgelagerte Kosten wie jene für die Gepäckförderanlage und Teile der Verkehrsinfrastruktur zu den Baukosten für den Terminal, dürfte dieser damit annähernd eine Mrd. Euro kosten. Am Flughafen kann man diese Rechnung nicht nachvollziehen. Es handle sich dabei um Projekte für den gesamten Flughafen und nicht nur für den Terminal Skylink,und diese Investitionen seien der Öffentlichkeit längst bekannt.

„Diese Projekte finden sich im Gesamtinvestitionsplan des Flughafens wieder, der aus mehr Projekten besteht“, heißt es in einer Stellungnahme. Es bleibe bei den „Prognosekosten“ für den neuen Terminal von 830Mio. Euro. „Mit Verbesserungspotenzial“, heißt es.

Anderer Airport, ähnliches Chaos

Nicht nur in Wien hat der Flughafen ein gröberes Problem mit seinen Baukosten, auch in Frankfurt explodieren diese. Das Airrail-Center, ein 660Meter langes Gebäude über dem ICE-Bahnhof, soll inzwischen rund eine Mrd. Euro verschlingen. Veranschlagt waren 660Mio.Euro. Das berichtet die deutsche „WirtschaftsWoche“ unter Berufung auf ein Gutachten von Ernst&Young. Demzufolge werde außerdem erst Ende 2010 mit der Fertigstellung des spektakulären Hotel-, Büro- und Shoppingkomplexes gerechnet.

Schuld an den ausufernden Kosten soll unter anderem minderwertiger Stahl aus China sein, der zuerst verbaut wurde, dann wieder demontiert werden musste. Dazu kämen höhere Kreditkosten von rund 90Mio.Euro. Erst im April hatte der Bonner Immobilienkonzern IVG, der alleinige Investor, eingeräumt, dass die Baukosten auf 840 Mio. steigen. Der Konzern will die Mehrkosten durch den Verkauf von Immobilien auffangen. Laut des Berichts sei die Leitung des Bauprojekt inzwischen faktisch entmachtet worden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2009)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.