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Strafen für „Sittenwächter“, Eklat im Gericht

2. BAWAG-PROZESS: UeBERSICHT
Symbolbild GerichtssaalAPA/HERBERT PFARRHOFER
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19-Jähriger bedrohte Kameramann: Festnahme.

Wien. Mit einer Festnahme noch im Gerichtssaal endete eine Verhandlung rund um eine Prügelattacke von selbst ernannten „Sittenwächtern“ in der Wiener Millennium City. Einer der vier Angeklagten wurde im Straflandesgericht Wien wegen gefährlicher Drohung festgenommen, weil er einen ORF-Kameramann bedroht haben soll. Der Prozess endete am Mittwoch mit vier Schuldsprüchen.

Laut seinem Anwalt Thomas Preclik soll der junge Mann sinngemäß gesagt haben: „Wenn du mich filmst, finde ich dich.“ Daraufhin erfolgte die Festnahme.

Die vier Angeklagten, offenbar Mitglieder einer von tschetschenisch-stämmigen Jugendlichen gebildeten Bande („Die Wölfe“), hatten sich wegen schwerer Körperverletzung verantworten müssen. Die Burschen im Alter von 19 bis 24 Jahren hatten sich Ende Februar in der Millennium City – die dortige Gegend (Handelskai) ist ein sozialer Brennpunkt – als „Sittenwächter“ aufgespielt und zwei Männer schwer verletzt, als diese einschritten.

 

Junge Frauen weggeschickt

Den nunmehrigen Angeklagten waren zwei junge Tschetscheninnen ein Dorn im Auge, die nachts mit einer Schulfreundin und deren Mutter in einem Lokal saßen. Gegen Mitternacht forderten die vier die jungen Frauen auf, nach Hause zu gehen. „Bei uns in Tschetschenien ist das nicht erlaubt, um diese Uhrzeit draußen zu sein“, sagte der 24-Jährige nun vor Gericht.

Dieser junge Mann und sein 20-jähriger Bruder – sie hatten die Schläge teilweise zugegeben – erhielten je zehn Monate Haft wegen schwerer Körperverletzung. Der 19-Jährige, der nun festgenommen wurde, bekam acht Monate Haft wegen schwerer Körperverletzung. Der vierte Angeklagte wurde wegen Raufhandels zu 480 Euro Geldstrafe verurteilt. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.05.2016)