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Bildungsreform: Wenige Änderungen ab Herbst

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(c) Stanislav Jenis
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Nur einer von acht Teilen der Reform wird vor dem Sommer beschlossen. Länder könnten Finanzzuckerln bekommen.

Wien. Die im Herbst paktierte Bildungsreform hat auf das kommende Schuljahr kaum Auswirkungen: Relevant wird ab September etwa die Möglichkeit, in Volksschulen leichter auf Ziffernnoten zu verzichten. Der bessere Übergang zwischen Kindergarten und Volksschule – der auch in dem bisher einzigen ausgearbeiteten Teil der Bildungsreform steht, der noch vor dem Sommer beschlossen werden soll – wird erst im Jahr darauf schlagend. Denn die Schuleinschreibung, zu der die Eltern die entsprechenden Dokumente aus dem Kindergarten mitbringen sollen, ist für heuer bereits vorbei.

Die anderen insgesamt sieben Teile der Reform – darunter etwa die Schulautonomie, die Gesamtschulmodellregionen und die Schulverwaltungsreform – sind frühestens im Herbst dran. Ursprünglich hat es geheißen, die Reform solle bis Juni in Gesetze gegossen werden. Aber das war noch, bevor SPÖ und ÖVP sowie Bund und Länder sich wieder bei diversen Themen in die Haare geraten sind. Wie gegenüber der „Presse“ aus Verhandlerkreisen bestätigt wurde, müht sich der Bund derzeit ab, die Bundesländer bei der Verwaltungsreform – einem besonders harten Brocken – zu überzeugen. Der „Kurier“ hat vom Angebot eines finanziellen Zuckerls für jene berichtet, die auf den politischen Präsidenten der neuen Bildungsdirektion verzichten. Der Haken: Das Finanzressort spiele da wohl nicht mit.

 

Mehr Änderungen bei Oberstufe?

Inzwischen verlangen AHS-Lehrer weitere Änderungen bei der neuen modularen Oberstufe. Gymnasien und berufsbildende mittlere Schulen dürfen den für 2017 geplanten Start laut Bildungsministerium um bis zu zwei Jahre verschieben. Gefordert wird nun, dass die Semestergliederung in der Maturaklasse aufgegeben wird. Problematisch sei auch, dass Schüler im Extremfall in einem bestimmten Fach in der gesamten Oberstufe keine einzige positive Leistung erbringen und trotzdem in die Maturaklasse aufsteigen können. Scheitern erscheine da programmiert. Eltern und die BMHS-Lehrervertreter fordern die Möglichkeit, dass auch die berufsbildenden höheren Schulen die neue Oberstufe verschieben können. (red./APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.05.2016)