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Rudern: Auf der Welle der Begeisterung

(c) APA//Soeren Stach
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Magdalena Lobnig, 25, gewinnt bei der EM in Brandenburg Gold im Schweren Einer. Die Kärntnerin lieferte eine Talentprobe ab, sie will bei Olympia in Rio de Janeiro überraschen. Die Sieber-Brüder enttäuschten im B-Finale.

Brandenburg. Für die einen ist es eine Sensation, andere sehen einen Vorgeschmack auf die Sommerspiele in Rio de Janeiro, wenngleich es nur eine Regatta auf europäischer Ebene gewesen ist, also auch keine WM. Und dennoch: EM-Gold für die Kärntner Ruderin Magdalena Lobnig, 25, ist ein beachtlicher Gewinn. Sie gewann in Brandenburg in der olympischen Klasse der Schweren Einer, es ist der Erfolg ihrer Karriere. Die bereits für Rio de Janeiro qualifizierte Heeressportlerin dominierte ihren Lauf und feierte einen überlegenen Start-Ziel-Sieg über die Distanz von 2000 Metern in 9:22,32 Minuten.

Keineswegs die Zeit – auf eine Olympiamedaille fehlen über zwei Minuten –, sondern der Abstand zur Zweiten war beeindruckend. Die Zweitplatzierte, die Lettin Elza Gulbe, wies 17 Sekunden Rückstand auf. Beobachter wollen 100 Meter Abstand gemessen haben. Für die Völkermarkterin war es dennoch ein Erlebnis, sie sagt: „Ich hab mir gedacht, ich muss einfach g'scheit über die Wellen drüberkommen – und das habe ich gemacht.“ Trainer Kurt Traer formulierte es euphorischer. „Besser geht es nicht. Sie war einfach die Beste.“

Der Blick auf das Wetter, die Bedingungen mit starken Böen über dem Beetzsee und hohen Wellen sowie auf die Starter zeigt, dass die Leistung für diesen Augenblick durchaus beachtenswert war. Olympiasiegerin Miroslava Knapková (TCH) wurde geschlagen, Lobnig lieferte eine Talentprobe ab – und das, obwohl sie mit hohen Wellen keine Freude hat. Das Wintertraining in Aviz, Portugal, wo der Ruderverband seine Flotte schult, machte sich somit bezahlt. Ob Lobnig nun in Rio erneut überraschen kann? Abwarten.

 

Zu viel riskiert?

Das Brüderpaar Paul und Bernhard Sieber beendete unterdessen das (enttäuschende) B-Finale im Leichtgewicht-Doppelzweier an vierter Stelle und belegte damit in der Endabrechnung den zehnten Gesamtrang. „Wir haben hier in Brandenburg einiges am Setting ausprobiert und sind ein Risiko eingegangen. Dieses Mal ist es nicht aufgegangen, aber das wird schon“, erklärte Bernhard Sieber, der mit seinem Bruder ebenfalls das Olympialimit erreicht hat.

Österreich war nur durch zwei Boote vertreten. Der Leichtgewicht-Vierer ohne mit Julian Schöberl, Florian Berg, Alexander Chernikov und Markus Lemp sowie der Damen-Doppelzweier in der Besetzung Lisa Farthofer/Leonie Pless ließen die EM aus und peilen einen Start bei der olympischen Restquoten-Regatta in drei Wochen in Luzern – auf dem Rotsee findet die EM 2019 statt – an.

Die Chance, dass drei Boote in der Lagoa Rodrigo de Freitas von Rio de Janeiro dabei sind, ist hoch. 14 Bewerbe stehen dann auf dem Programm, sechs für Frauen und acht für Herren. (fin)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.05.2016)