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Messerattacke: Kein Hinweis auf politisches Motiv

Attacke vor der S-Bahn. In Grafing stach ein Attentäter mehrere Menschen nieder.
Attacke vor der S-Bahn. In Grafing stach ein Attentäter mehrere Menschen nieder.APA/AFP/dpa/ANDREAS GEBERT
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Bayern: Der Täter soll bereits in einem anderen Bundesland aufgefallen sein. Entgegen ersten Gerüchten soll es kein islamistisches Motiv geben.

In Grafing im Großraum München hat ein Mann in einer S-Bahn und am Bahnhofsvorplatz mehrere Menschen mit einem Messer angegriffen. Ein 50-jähriger Mann erlag den schweren Verletzungen im Krankenhaus. Drei Menschen wurden von dem Mann außerdem verletzt. Entgegen ersten Gerüchten dürfte die Tat keinen islamistischen Hintergrund gehabt haben - so sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, dass es "keine staatsschutzrechtlich relevanten Erkenntnisse" gebe. Vielmehr soll der nach der Tat festgenommene Mann, der aus Hessen stammen soll, der Polizei in einem anderen Bundesland bereits vor einigen Tagen wegen Verdachts auf Drogenkonsum psychisch aufgefallen sein, sagte der Minister.

Zuvor hatten Ermittler Gerüchte bestätigt, dass der Täter bei seiner Tat "Allahu akbar" ("Allah ist groß") gerufen haben soll. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft München II, Ken Heidenreich, sagte am Vormittag: Es hätte Aussagen des Täters "wohl mit islamistischem Hintergrund" gegeben.

Drogenabhängig und verwirrt

Der Mann ging gegen 4.50 Uhr in der Früh auf wartende Menschen im Bahnhof los. Er wurde kurz darauf festgenommen. Deutsche Medien berichten, der Mann sei drogenabhängig und verwirrt gewesen. In einem Behältnis seien Spuren von Rauschgift gefunden worden. Bei den weiteren Verletzten handelt es sich um drei Männer im Alter von 58, 43 und 55 Jahren. Der Bahnhof Grafing ist großteils gesperrt. Wer zu den Zügen will, wird über schmale Wege am Tatort vorbei geführt.

Die Grafinger Bürgermeisterin Angelika Obermayr war gegenüber der "SZ" von der Tat entsetzt: "Die Vorstellung, dass Menschen an einem wunderschönen Morgen in die S-Bahn einsteigen oder Zeitungen austragen und dann Opfer eines Wahnsinnigen werden, ist schrecklich."

(APA/Red.)