RBI-Aktie nach angekündigter Fusion im freien Fall

Die Aktien der Raiffeisen Bank International (RBI) sind am Mittwoch nach der angekündigten Fusion mit der Raiffeisen Zentralbank (RZB) abgestürzt.

Wien. Gegen 9.50 Uhr lagen die RBI-Papiere 9,33 Prozent im Minus und kosteten damit 12,30 Euro. Der heimische Leitindex ATX verlor zum selben Zeitpunkt 1,15 Prozent.

Die beiden Institute hatten am Dienstagabend mitgeteilt, einen Zusammenschluss zu prüfen. Diese Prüfung soll innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen sein, "um allfällige Umsetzungsbeschlüsse noch 2016 fassen zu können". An der Börsennotiz der RBI würde die mögliche Fusion nichts ändern. Beobachter hatten schon länger über einen Zusammenschluss spekuliert.

Bereits vor Handelsbeginn hatten die Analysten der UBS in einem Kommentar eine negative Reaktion der Aktie auf die Fusionsankündigung erwartet. Außerdem hätten die ebenfalls am Vorabend überraschend vorgelegten Quartalszahlen die Erwartungen verfehlt und seien "schwach" ausgefallen - dies sei für die Aktie ebenfalls "nicht hilfreich". Zwar sei der konsolidierte Gewinn im ersten Jahresviertel gestiegen, Zins- und Provisionsüberschuss seien jedoch "sehr schwach" ausgefallen, bemängeln die Analysten der Schweizer Großbank.

Noch keine Beschlüsse gefasst

Die Raiffeisen Zentralbank (RZB) und ihre 60-prozentige Tochter, die börsennotierte Raiffeisen Bank International (RBI), haben ihre Fusion eingeleitet. Ein Zusammenschluss wird jetzt "geprüft", die Evaluierungsphase habe soeben begonnen, so die RBI. In einer Analystenkonferenz sprach der RBI-Vorstand für den Fall der Fusionsentscheidung von einem "Downstream Merger".

Die RBI solle ja an der Börse notiert bleiben, wurde betont. Das hieße, dass die Muttergesellschaft auf die börsennotierte Tochter verschmolzen würde.

Weitere Einzelheiten gibt es vorerst nicht. Es ginge aber um Kapitalvorteile, straffere Entscheidungsstrukturen und letztlich auch Kosten-Synergien. Auch den Aufsehern, namentlich der Europäischen Zentralbank (EZB), dürfte an strafferen Strukturen gelegen sein. Die EZB sei immer an optimaler Kapitalisierung und einer Vereinfachung der "nicht unkomplizierten Struktur unserer Bankengruppe" interessiert, sagte Bankchef Karl Sevelda in der Telefonkonferenz.

Bisher seien keine Beschlüsse gefasst. Zum weiteren Fahrplan hieß es heute, in den nächsten Monaten werde geprüft. Kommt ein Beschluss auf den Zusammenschluss zustande, könnte die Fusion im ersten Halbjahr 2017 abgeschlossen sein.


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