Die Unternehmen des Wiener Leitindex ATX schütten für das abgelaufene Jahr Dividenden in der Höhe von 1,7 Milliarden Euro aus.
Wien. Weniger Wertberichtigungen, geringere Risikovorsorgen und ein besseres konjunkturelles Umfeld haben den heimischen Konzernen im Vorjahr in die Hände gespielt. Die 20 Firmen des Leitindex ATX konnten wieder Gewinne einfahren.
Ihre Ertragslage verbesserte sich von minus 600 Mio. Euro im Jahr 2014 auf nunmehr 2,9 Mrd. Euro. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Erhebung der Arbeiterkammer (AK) hervor. Rund zwei Drittel der Unternehmen konnten ihre Ergebnisse gegenüber dem Vorjahr verbessern. Drei schrieben Verluste. Sechs Firmen haben den Weg zurück in die schwarzen Zahlen geschafft.
Davon profitieren auch die Aktionäre. An sie sollen Dividenden im Volumen von 1,7 Mrd. Euro ausgeschüttet werden, eine Steigerung von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Mehr als die Hälfte der Unternehmen schlägt der Hauptversammlung höhere Ausschüttungen vor. In diese Gruppe fallen unter anderem Uniqa-Versicherung, Andritz, Lenzing oder auch Erste Group. Letztere hatte ihre Anteilseigner ein Jahr zuvor leer ausgehen lassen.
Mit OMV, SBO und Vienna Insurance reduzieren drei Unternehmen ihre Dividendenauszahlung. Bei der OMV fiel infolge niedriger Öl- und Gaspreise sowie im Branchenvergleich hoher Kosten ein Milliardenverlust an. Die OMV zahlt mit einem Euro je Aktie weniger aus als ein Jahr zuvor (1,25 Euro).
Dividenden stabilisieren
Auch der Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann litt unter dem Ölpreisverfall und rutschte ins Minus. Die Aktionäre werden zwar eine Dividende sehen, doch wird sie um zwei Drittel auf 0,50 Euro gesenkt. Bei der Vienna Insurance kam es ebenfalls zu einem merklichen Gewinnrückgang, worunter auch die Auszahlung je Aktie leidet. Konstant bleiben etwa die Ausschüttungen von Post, RHI oder Telekom Austria. Die Raiffeisen Bank International wird als einziges ATX-Unternehmen keine Dividende für das abgelaufene Jahr ausbezahlen.
Unter dem Strich gingen die Ausschüttungsquoten im Vorjahr zurück, sie erreichten dennoch fast 60 Prozent, so die AK.
Gerade in Zeiten niedriger Zinsen können Dividenden den Ertrag eines Aktiendepots auffetten. Studien belegen zudem, dass sich Kursverluste durch Dividenden abfedern lassen. Zudem schwanken die Aktien von stabilen Dividendenzahlern weniger stark. (nst)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.05.2016)