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USA – China: Kampf gegen Krise und Nordkoreas Atombewaffnung

(c) AP (J. Scott Applewhite)
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Die USA erwarten von China mehr Engagement bei der Lösung internationaler Konflikte. „Das Verhältnis zwischen den USA und China wird das 21. Jahrhundert formen“, sagte US-Präsident Barack Obama.

Washington(lr). Klimawandel, die Wirtschaftskrise und die Nuklearprogramme Nordkoreas und des Iran sind die Probleme, die sowohl der Führung in China als auch der in Washington Kopfzerbrechen bereiten. Um gemeinsam mögliche Lösungen zu diskutieren, trafen einander hochkarätige Vertreter beider Staaten zu einem „strategischen und wirtschaftlichen Dialog“ Anfang dieser Woche in Washington.

Bis zur Wirtschaftskrise vor einem Jahr waren die Fronten klar definiert: Billige Massenware wird in China produziert und in den USA konsumiert. Doch die US-Wirtschaft dürfe sich künftig nicht allein auf den Konsum ausländischer Waren stützen, erklärte US-Finanzminister Timothy Geithner. Amerika müsse mehr sparen, mehr selbst herstellen und weniger importieren.

„Das Verhältnis zwischen den USA und China wird das 21. Jahrhundert formen“, sagte US-Präsident Barack Obama. Er forderte China auf, mehr Verantwortung bei der Lösung internationaler Konflikte, etwa bezüglich der Atomprogramme Nordkoreas und des Iran, zu übernehmen.

 

Appell für Menschenrechte

Angeschnitten wurde auch das Thema Umweltschutz: Verschärfte Kontrollen der Emissionen und Kooperation bei der Entwicklung sauberer Energien seien unverzichtbar, sagte Obama. „Wenn wir nicht zusammenarbeiten, können wir die Menschen nicht vor der Bedrohung durch den Klimawandel bewahren.“ China und USA sind weltweit die größten Energieverbraucher.

Obama verband das Treffen mit einem Appell für die Menschenrechte: Die USA respektierten Chinas Kultur und Traditionen, aber für alle Menschen müsse Gedankenfreiheit herrschen. Dies gelte für „China ebenso wie in den USA“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.07.2009)