Mitterlehner fordert von Lopatka Ende der "Querschüsse"

Mitterlehner und Lopatka
Mitterlehner und LopatkaAPA/HANS KLAUS TECHT

ÖVP-Klubchef Lopatka hatte den neuen Kanzler mit offener Kritik empfangen. Von seinem Parteichef gibt es dafür eine Ermahnung.

Die Regierung Kern I ist nun auch offiziell im Amt und komplett: Während Bundespräsident Heinz Fischer die vier Neuen im roten Regierungsteam angelobt hat, gab es beim Koalitionspartner einen Rüffel von ÖVP-Chef und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner. Er forderte seinen Klubobmann Reinhold Lopatka auf, die Querschüsse einzustellen.

Lopatka hatte Kern mit offener Kritik an dessen Bilanz als Manager bei ÖBB und Verbund empfangen, was bei der SPÖ, aber auch in der eigenen Partei für Unmut gesorgt hatte. Darauf angesprochen forderte Mitterlehner am Mittwoch vor dem Ministerrat ein Ende der Scharmützel: "Ich glaube, es ist notwendig, dass wir diesen Stil, querzuschießen, vor allem im engeren Bereich, sprich: die beiden Klubs und auf der Ebene der Regierung, wirklich ändern und uns anders verhalten."

Kern und Mitterlehner hatten bereits am Dienstag einen neuen Stil der Zusammenarbeit angekündigt. Lopatka selbst gab sich dazu nach dem Ministerrat wortkarg. "Mein Blick ist nach vorne gerichtet", gab der schwarze Klubchef zu Protokoll und versicherte lakonisch, der angekündigte Neustart funktioniere "wunderbar": "O Jubel, o Freude."

Positive Wortmeldungen vom schwarzen Team

Die ÖVP-Regierungsmitglieder äußerten sich durch die Bank zuversichtlich. So lobte Innenminister Wolfgang Sobotka, dass Kern die Linie in der Flüchtlingspolitik halten wolle. Und Finanzminister Hans Jörg Schelling freute sich über den vom neuen Kanzler angekündigten Wirtschafts-Schwerpunkt.