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Volksanwaltschaft prüft Mathematik-Matura

(c) Bifie
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Der Ergebnisse der Zentralmatura stehen noch nicht fest, Volksanwalt Peter Fichtenbauer leitet dennoch ein Verfahren ein. Schulen kritisieren die Matura als zu schwierig.

Die heurige Mathematik-Matura fiel vielen Schülern offenbar eher schwer. Zumindest, wenn man die Gerüchte auf Facebook sowie die Aussagen von Eltern, Direktoren und Schülern in verschiedenen Medien als Basis nimmt. Das tut die Volksanwaltschaft und leitet nun ein Prüfverfahren ein - bevor die Noten überhaupt feststehen.

Weil bei der diesjährigen Mathematikmatura außerordentlich hohe Durchfallquoten zu erwarten seien, nehme sich Volksanwalt Peter Fichtenbauer den Sorgen der Schüler und Eltern an, heißt es von der Volksanwaltschaft. Weshalb umgehend ein amtswegiges Prüfverfahren eingeleitet wurde. "Wenn ein beträchtlicher Teil der Schülerinnen und Schüler nicht etwa an mangelnder Fachkenntnis, sondern schlicht an den Prüfungsmodalitäten gescheitert sein könnte, gilt es diese zu hinterfragen", so der Volksanwalt.

In diesem Verfahren sollen "nicht nur die scheinbar unverhältnismäßige Schwierigkeit der Aufgaben, sondern auch konkrete Vorgaben zu Prüfungsbedingungen in einzelnen Schulen beleuchtet werden." Dabei geht es um die Verwendung von Hilfsmitteln: Schülervertreter kritisierten bereits, dass es nicht vergleichbar und fair sei, wenn der eine Maturant ein Computerprogramm für die Mathematikmatura verwenden dürfe und der andere nur einen einfachen Taschenrechner.

Schulen rechnen mit schlechten Noten

Die Eltern der Maturanten an einem Wiener Gymnasium waren die ersten, die öffentlich Alarm schlugen. Sie schickten einen Offenen Brief an Bildungsministerium und Bifie, wie "Die Presse" berichtete.

Inzwischen kam weitere Kritik vonseiten der Schulen. "Die Ergebnisse stehen noch nicht hundertprozentig fest, weil noch korrigiert wird. Im Moment kann ich nur sagen, es sind wesentlich mehr als im Vorjahr", zitiert der ORF die Direktorin des Wirtschaftskundlichen Gymnasiums in der Grazer Sandgasse, Eva Ponsold. Selbst gute Schüler seien an den Aufgaben gescheitert.

Johann Adam, der Direktor des BORG Monsbergergasse in Graz, kritisierte die Matura ebenfalls. Man habe Spitzfindigkeiten bei den Angaben eingebaut und bei der Probematura mit ganz anderen Beispielen eine völlig andere Erwartung bei den Maturanten hervorgerufen: "Ich glaube, es kann nicht Sinn der Matura sein, dass man solche verbalen Rätsel lösen muss, um das zu lösen."

Noten stehen noch nicht fest

Bleibt abzuwarten, ob die Noten tatsächlich so schlecht sind, wie befürchtet wird. Erst Mitte nächster Woche werden die Noten tatsächlich feststehen, die Korrekturarbeiten sind derzeit noch gar nicht beendet. Wer negativ abschneidet, kann sich seinen Fünfer bei der Kompensationsprüfung Anfang Juni ausbessern.

"Ein Restrisiko hat man immer"

Und wie steht das Bifie zur Mathematik-Matura? Jürgen Horschinegg, Direktor des Instituts, tut sich mit der Bewertung noch schwer: "Wir hören von Standorten, wo sie furchtbar ausgefallen sein soll, von anderen, dass sie angemessen war bzw. gut ausgefallen ist." Solange man keine validen Zahlen habe, fische man aber im Trüben: "Man kann das weder widerlegen noch für bare Münzen nehmen."

Sämtliche Aufgaben der Matura seien in Feldtests schon einmal oder mehrere Male abgefragt worden. Dabei habe sich gezeigt, dass sie mit der gleichen Wahrscheinlichkeit gelöst wurden wie die Matura-Aufgaben des Vorjahrs.  Eines sei aber auch klar: "Wirklich wissen, wie die Aufgaben bei der Matura ankommen, tut man erst, wenn man sie gemacht hat. Ein Restrisiko hat man immer." Ausnahme: "Außer man stellt immer dieselben Fragen, aber das wäre ja unsinnig. Noch unsinniger wäre es, wenn man nur andere Zahlen nimmt - davon wollen wir ja weg und hin zu einem besseren Verständnis von Mathematik."

 

(rovi)