Deutschland: Zehn Frauen, acht Männer im neuen SPD-Team

(c) AP (Tobias Schwarz)
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Kanzlerkandidat Steinmeier startet in den (fast aussichtslosen) Wahlkampf. Gesundheitsministerin Schmidt ist nach der "Dienstwagen-Affäre" nicht mehr mit von der Partie.

BERLIN/WIEN(ag, zoe). Die schlechten Umfragewerte ließ sich Frank-Walter Steinmeier nicht anmerken: Betont gut gelaunt präsentierte der Kanzlerkandidat der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands am Donnerstag sein 18-köpfiges Kompetenzteam. Die zehn Frauen und acht Männer, von Parteigrößen bis hin zu unbekannten Gesichtern, sollen bis zur Bundestagswahl Ende September das Ruder herumreißen. Bisher liegt die SPD in Umfragen weit hinter den Unionsparteien, und auch Außenminister Steinmeier schneidet im Vergleich mit CDU-Kanzlerin Angela Merkel schlecht ab.

Einen „Aufbruch zum Besseren“ versprach Steinmeier, Überraschungen blieben im „Schattenkabinett“ aber aus: Als Schlüsselfiguren bleiben die amtierenden Minister Peer Steinbrück (Finanzen), Sigmar Gabriel (Umwelt), Brigitte Zypries (Justiz), Wolfgang Tiefensee (Verkehr) und Olaf Scholz (Arbeit) dem neuen Team erhalten. Frischen Wind soll die 35-jährige Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig, bringen. Sie gilt als neue Hoffnung der Partei und als Gegengewicht zur konservativen Ursula von der Leyen.

Neu im Team ist auch der Banker Harald Christ, der Finanzminister Steinbrück zur Seite gestellt wird. Für die Landwirtschaftspolitik geht der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Udo Folgart, in den Ring.

Ulla Schmidt nicht dabei

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ist vorerst nicht mit von der Partie, obwohl sie bisher als Fixstarterin galt. Aufgrund ihrer Dienstwagenaffäre, die erst vor wenigen Tagen aufflog, ist sie zur Belastungsprobe für die SPD geworden. Erst, wenn die Nutzung ihres Dienstautos während ihres Spanien-Urlaubs geklärt ist, soll sie zum Team stoßen. Das Prüfergebnis wird frühestens Mitte August erwartet. Im Sucher, Seite 31

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.07.2009)

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