Formel 1: Schumacher wieder auf der Strecke

Michael Schumacher wieder im Ferrari
Michael Schumacher wieder im Ferrari(c) AP (Lorenzo Galassi)
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Der Rekordweltmeister will bei der Vorbereitung auf sein Sensations-Comeback keine Zeit verlieren. Am Freitag drehte er bereits die ersten Runden. Dabei soll ein letztes Hindernis ausgeräumt werden.

Der Mann hat keine Zeit zu verlieren: Wenige Tage nach Michael Schumachers Ankündigung, in die Formel 1 zurückzukehren, stieg der Rekordweltmeister schon ins Cockpit. Der 40-Jährige drehte am Freitag am Steuer eines zwei Jahre alten F2007 auf der Ferrari-Hausstrecke in Mugello erste Runden. "Zwar kann ich hier keine aktuellen oder letztjährigen Autos fahren, aber ich möchte eben so viel wie möglich fahren, und da ist das schon mal eine gute Option", erklärte Schumacher vor Fahrtantritt auf seiner Internetseite www.Michael- Schumacher.de.

Offizielle Tests mit dem aktuellen Auto darf Schumacher wegen der strengen Test-Regelungen in der Formel 1 nicht absolvieren. Für den siebenfachen Weltmeister, der sich mit Hochdruck auf sein Comeback am 23. August in Valencia vorbereitet, geht es darum, sich wieder an die Fliehkräfte und die körperlichen Beanspruchungen zu gewöhnen. "Er wird versuchen, so häufig wie möglich zu fahren, um die Belastungen in einem Formel-1-Wagen wieder zu erfahren", sagte Schumachers Sprecherin Sabine Kehm.

Schumachers Nacken im Fokus

Dabei geht es vor allem um die Frage, wie sehr Michael Schumacher von seiner Nackenverletzung behindert wird, die er sich im Februar bei einem Motorradsturz zugezogen hat. Diese Verletzung, die nicht komplikationslos ablief, ist das letzte Hindernis auf dem Weg zum Comeback, das der Deutsche noch überwinden muss.

Bereits am Tag nach der Comeback-Ankündigung war Schumacher in Maranello - per Hubschrauber aus seiner Schweizer Heimat am Genfer See. Am statischen Simulator habe er die Funktionalität des Lenkrads gecheckt. Auch sein Sitz im F60 von Felipe Massa soll angepasst worden sein. "Natürlich habe ich auch gleich noch mal die Gelegenheit genutzt und mich mit den Ingenieuren zum weiteren Vorgehen beraten", schrieb Schumacher, der sein bis dato letztes Rennen am 22. Oktober 2006 in Sao Paulo bestritten hatte.

Der Wagen, den er am Freitag pilotierte, stammt von F1 Clienti, eine Ferrari-Abteilung, die sich um die Pflege ehemaliger Rennwagen kümmert. "Das Testverbot in der Formel 1 ist ja bekannt, daher habe ich die Jungs von F1 Clienti kontaktiert, ob die mir ein Auto geben können", sagte Schumacher. Im neuen Wagen könnte er lediglich bei einem PR-Termin fahren. Es ist anzunehmen, dass Ferrari diese Chance nutzen wird.

"Habe das Feuer in seinen Augen gesehen"

Schumacher soll den verunglückten Massa ersetzen, bis der Brasilianer sich selbst wieder ans Steuer des in dieser Saison nicht gerade glänzenden F60 setzen kann. Der 91-fache Grand-Prix-Gewinner Schumacher hatte eine Rückkehr in die Formel 1 immer ausgeschlossen, die besondere Situation stimmte ihn - aus Verbundenheit zu Ferrari - nun um. "Als ich Schumacher ins Büro gerufen haben, habe ich das Feuer in seinen Augen gesehen", sagte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo am Donnerstagabend in einem Interview mit der ARD am Rande der Schwimm-Weltmeisterschaften in Rom.

"Felipe wird froh sein"

Im Hause Massa nimmt man die Nachricht von Schumachers Einspringen positiv auf: Der Vater des Formel 1-Piloten meinte der "Bild"-Zeitung zufolge: "Felipe wird sicherlich froh über diese Nachricht sein. Michael ist die beste Lösung." An selber Stelle gab auch Österreichs Formel-1-Legende Niki Lauda ihre Expertise zu den Chancen Schumachers ab - und die fällt eher skeptisch aus: "Er kennt die Strecke in Valencia nicht, er kennt das neue Auto nicht, er darf keine Testfahrten machen. Dazu kommt, dass der Ferrari kein Top-Auto ist." Ferrari konnte 2009 noch keinen einzigen Sieg einfahren und liegt technisch weit hinter Brawn GP und Red Bull zurück, bestes Ergebnis war der zweite Platz von Kimi Räikkönen in Ungarn.

(Ag./Red.)

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