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Griechenland räumt wildes Camp von Idomeni

Die Menschen werden in Bussen in andere Lager gebracht.
Die Menschen werden in Bussen in andere Lager gebracht.APA/AFP/SAKIS MITROLIDIS
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Die Polizei sperrt das wilde Lager an der griechisch-mazedonischen Grenze ab. Der Einsatz soll bis zu zehn Tage dauern. Man wolle keine Gewalt anwenden.

Die griechischen Behörden haben mit der Räumung des wilden Lagers von Idomeni begonnen. Einheiten der Bereitschaftspolizei sperrten am frühen Dienstagmorgen das Lager weiträumig ab. Ein Hubschrauber überflog die Region. Die Regierug hatte am Montag betont, bei dem Einsatz keine Gewalt einsetzen zu wollen. Das griechische Staatsfernsehen (ERT) zeigte in der Früh erste Videoaufnahmen aus dem Lager. Migranten und Flüchtlinge sammelten ihr Hab und Gut und stiegen in Busse ein, um in organisierte Auffanglager gefahren zu werden.

Dieses Bild ergab sich auch aus Fernsehaufnahmen, die von der mazedonischen Seite der Grenze aus gedreht wurden. Die Räumung verlaufe "ruhig und langsam", die Sicherheitskräfte müssten keine Gewalt anwenden, sagte ein Regierungssprecher. Polizisten sprachen mit Migranten, Busse standen bereit. Die ersten Busse haben bereits Idomeni verlassen. Reporter zählten neun Busse. Die Migranten winkten ihnen aus den Bussen zu.

Die Räumung hatte um 06.00 Uhr begonnen. Binnen zehn Tagen soll das Lager nun vollständig geräumt und die Flüchtlinge zunächst innerhalb Griechenlands verteilt werden. Rund 8.400 Menschen campieren derzeit in Idomeni.

1400 Polizisten im Einsatz

An der Aktion nehmen nach Berichten griechischer Medien rund 1.400 Polizisten teil. Am Vortag hatten Augenzeugen dutzende Migranten beobachtet, die das Lager von Idomeni verließen, um sich offenbar in den Feldern der Region zu verstecken. Andere Migranten fuhren freiwillig in andere Lager. Es waren hauptsächlich Familien.

Das improvisierte Lager ist zum traurigen Sinnbild der Flüchtlingskrise geworden, weil dort wegen der Schließung der Balkanroute ab Ende Februar zunächst mehr als 10.000 Menschen festgesessen waren. Trotz der erbärmlichen Lage weigerten sich die meisten Flüchtlinge, sich in andere Lager im Landesinneren bringen zu lassen, weil sie noch auf eine Chance zur Weiterreise Richtung Nordwesteuropa hofften.

2600 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet

Eine Erfolgsmeldung gibt es aus dem Mittelmeer: Dort sind den italienischen Behörden zufolge am Montag rund 2600 Flüchtlinge in Sicherheit gebracht worden, die sich in kleinen Booten auf den Weg von Nordafrika nach Europa gemacht hatten. Rettungskräfte und Organisationen mehrerer Länder hätten die Menschen in den vergangenen 24 Stunden teils aus kleinen Schlauchbooten aufgenommen, teilte die italienische Küstenwache am Montagabend mit.

Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen ist der Weg über das Meer zwischen Libyen und Italien inzwischen die Haupt-Route für Asylsuchende auf dem Weg nach Europa. Nach Einschätzung der Behörden wird im Zuge des nahenden Sommers und der damit besseren Wetter-Bedingungen die Zahl derer deutlich ansteigen, die sich auf den gefährlichen Weg über das Meer machen.

(APA/dpa)