Wiener Börse am Abend: Erste Group im Mittelpunkt

In einem richtungslosen Handel hat der Leitindex ATX doch noch Kursgewinne mit ins Wochenende genommen. Die guten Halbjahreszahlen der Erste wirken nach.

Die Wiener Börse hat die Sitzung am Freitag bei überdurchschnittlichem Volumen mit gut behaupteten Notierungen beendet. Der ATX stieg 2,09 Punkte oder 0,09 Prozent auf 2250,19 Einheiten. In einem richtungslosen Handel hat der Leitindex ATX doch noch Kursgewinne mit ins Wochenende genommen und den Jahreshöchststand behaupten können. Europaweit überschritten die Indizes mehrmals die Grenze zwischen Gewinn- und Verlustzone, kein klarer Trend war erkennbar. Handelsimpulse gab es von den US-Konjunkturdaten zum Bruttoinlandsprodukt und zum privaten Konsum.

Nach den deutlichen Vortagesgewinnen rückten an der Wiener Börse erneut die Anteilsscheine der Erste Group in den Mittelpunkt des Interesses. Sie kletterten an der Spitze der Kurstafel um 5,51 Prozent auf 24,49 Euro. Die am Vortag vorgelegten Halbjahresergebnisse dürften die Anleger auch zum Wochenschluss noch zum Kauf der Aktie angeregt haben. "Scheinbar werden die Zahlen sehr gut aufgenommen", kommentierte ein Händler.

Die Schweizer Analysten der Credit Suisse bewerteten das Ergebnis zwar als stark, das Kreditgeschäft der Bank bereite jedoch Sorgen. Die Aktie sei überbewertet, resümieren die Analysten und empfehlen die Aktie mit dem Votum "underperform" zum Verkauf. Die Experten der UBS haben indessen ihre Empfehlung von "buy" auf "neutral" abgestuft.

Kräftige Verluste mussten im Verlauf die Aktien des Baustoffherstellers Wienerberger hinnehmen, die bis auf ein Tagestief von 10,87 Euro fielen. Händler verwiesen auf schwache Quartalszahlen des weltgrößten Zementkonzerns Lafarge. Auch der Ausblick des französischen Branchenprimus blieb enttäuschend: Der weltweite Zementumsatz werde angesichts der nachlassenden Bautätigkeiten dieses Jahr um vier bis acht Prozent fallen. Im späten Handel konnten Wienerberger jedoch die gesamten Verlaufsverluste wett machen und gingen sogar mit einem Plus von 1,21 Prozent bei 11,69 Euro aus dem Handel.

Die Strabag-Tochter Kirchner hat in Deutschland einen 76 Mio. Euro schweren Bauauftrag an Land gezogen. Strabag schlossen um 0,23 Prozent schwächer bei 17,08 Euro. Die Anteilsscheine der Constantia Packaging präsentierten sich gut behauptet und gewannen 0,19 Prozent auf 26,30 Euro. Der Verpackungskonzern hat seinem Mutterunternehmen, der holländischen Constantia Packaging B.V. für 75 Mio. Euro weitere 16,55 Prozent an der oberösterreichischen Austria Metall AG (AMAG) abgekauft. Damit hält die Constantia nun 90 Prozent an der AMAG.

Bewegung gab es auch bei Titeln des Salzburger Kranherstellers Palfinger, der die Kurzarbeit für rund 620 Mitarbeiter bis Ende März 2010 verlängert. Die Aktie stieg um 2,50 Prozent auf 11,88 Euro. Dem niederösterreichischen Versorger EVN droht ein Ausstieg des deutschen Energiekonzerns EnBW. Dieser will laut Medienberichten seinen 36-Prozent-Anteil veräußern, der aktuell knapp über 700 Mio. Euro wert ist. EVN-Aktien verbilligten sich um 1,10 Prozent auf 11,72 Euro.

Agrana-Aktien sanken nach einem Analystenkommentar durch die Raiffeisen Centrobank (RCB) um 0,30 Prozent auf 53,09 Euro. Die Analysten haben ihr Kursziel von 47 auf 55 Euro angehoben, das Anlagevotum "hold" wurde hingegen bestätigt.

(APA)

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