Formel 1: Schumachers Countdown

(c) Reuters (Marcelodel Pozo)
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Testverbot und Nacken machen Probleme, die Superlizenz nicht. Diese kostet rund 10.000 Euro.

TURIN (ag./red.). Eines hat Michael Schumacher gleich klargemacht: Mental und von seiner Fitness her fühle er sich imstande, um den Sieg mitfahren zu können. Am 23. August in Valencia wird er den Beweis erbringen können.

Bis zu seinem ersten Rennen auf dem für ihn neuen Kurs muss Schumacher noch die Superlizenz, den Führerschein für die Formel1, lösen. Diese kostet rund 10.000 Euro. Bedingung dafür ist eine A-Lizenz vom Deutschen Motorsportbund, für die medizinische Tests Voraussetzung sind. Sorgen bereitet in diesem Zusammenhang der Nacken des siebenfachen Weltmeisters. Den hatte sich Schumacher bei einem Motorradunfall Anfang des Jahres verletzt. Deshalb zog er sich nun für einige Tage in die Sportklinik von Johannes Peil in Bad Nauheim zurück, in der er einerseits Fitnesstrainings und Therapien absolviert.

Problematisch ist auch, dass Schumacher mit dem aktuellen Ferrari-BolidenF60 nicht vertraut ist und das Reglement Testfahrten verbietet. Ferrari aber könnte Schumacher mit einem Kniff dennoch zu einigen wenigen Trainingskilometern verhelfen – im Rahmen eines PR-Termins nämlich. Zudem wird sich Schumacher, der zuletzt im April 2008 Testfahrten absolviert hat, mit älteren Ferrari-Modellen auf die bei Rennen wirkenden Fliehkräfte einstellen. An das für ihn neue Energierückgewinnungssystem KERS will er sich in einem Fiat-Simulator in Turin gewöhnen.

Massa reist nach Brasilien

Felipe Massa, dessen schwerer Unfall Auslöser für das Comeback von Schumacher war, wird am Montag aus dem AEK-Krankenhaus in Budapest entlassen und wird in sein Heimatland Brasilien zurückkehren. Der 28-Jährige war vor einer Woche im Qualifying zum Grand Prix von Ungarn bei Tempo 240 von einer Stahlfeder am Helm getroffen worden, hatte kurzzeitig das Bewusstsein verloren und war mit seinem Ferrari geradeaus in einen Reifenstapel gerast. Laut Auskunft der Ärzte wird Massa keine bleibenden Schäden – auch nicht an seinem Auge – davontragen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.08.2009)

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