Bayer nimmt Geld auf

The corporate logo of Bayer is seen at the headquarters building in Caracas
The corporate logo of Bayer is seen at the headquarters building in Caracas(c) REUTERS (MARCO BELLO)
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Der deutsche Pharmakonzern sichert sich 60 Mrd. Euro, um dem US-Konzern Monsanto bald ein neues Angebot legen zu können.

Wien.Vergangene Woche hat der US-Saatgut- und Pflanzenschutzkonzern Monsanto das erste Angebot des deutschen Chemiekonzerns Bayer abgelehnt. 62 Milliarden Dollar (55 Mrd. Euro) hatten die Leverkusener Monsanto für die Übernahme geboten. Das war dem Management zu wenig, es erklärte aber, für weitere Verhandlungen mit den Deutschen offen zu sein.

Und Bayer lässt sich von seinem Vorhaben auch nicht abbringen, sondern setzt alle Hebel in Bewegung, um sein Offert zu verbessern. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf Insider berichtete, stellen die fünf Banken Credit Suisse, Goldman Sachs, HSBC, JPMorgan und die Bank of America in Summe 60 Mrd. Euro kurzfristig zur Verfügung. Dafür sollen sie laut einem Bericht des „Handelsblatts“ einen Zins von 0,5 Prozent für das erste Halbjahr verlangen. Dieser Zinssatz erhöht sich, wenn die Laufzeit verlängert wird. Der Überbrückungskredit kann bei Bedarf auf bis zu 75 Mrd. Euro aufgestockt werden.

Höhe des neuen Angebots offen

Der deutsche Chemiekonzern gewinnt damit Zeit, um die endgültige Finanzierung auf die Beine zu stellen. Bayer plant nämlich, langfristige Kredite aufzunehmen, deren Volumen 25 Mrd. Dollar betragen sollen. Bayer wollte zu den aktuellen Informationen keine Stellungnahme abgeben.

Analysten gehen davon aus, dass sich der deutsche Pharmariese mit den 75 Mrd. Euro einen Sicherheitspuffer eingeräumt habe. Das hieße aber nicht, dass sich ein neues Offert in dem Volumen bewegen werde. Bayer hatte bereits bekannt gegeben, das Angebot aus Fremd- und Eigenkapital zu finanzieren. Der Eigenkapitalanteil soll voraussichtlich rund ein Viertel des Unternehmenswerts abdecken und größtenteils per Kapitalerhöhung gestemmt werden. Diese könnte demnach ein Volumen von rund 14 Mrd. Euro haben. Die Übernahme sei komplett finanziert, ein schnellerer Ausstieg bei der Kunststofftochter Covestro oder der Verkauf anderer Unternehmensteile sei dafür nicht nötig, sagte Vorstandschef Werner Baumann.

Er zeigte sich zuletzt zuversichtlich, mit Monsanto alle Fragen zur Finanzierung und zu regulatorischen Aspekten klären zu können. Die gebotenen 122 Dollar (109 Euro) in bar je Monsanto-Aktie stellten einen attraktiven und sicheren Wert für deren Anteilseigner dar. Baumann geht aber davon aus, „dass der Deal kein Sprint, sondern eher ein Marathon wird“. (red./hec)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.06.2016)

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