Haider-Ausstellung in Klagenfurt: Finanzierung noch offen

Gedenken an Joerg Haider
Gedenken an Joerg Haider(c) AP (Matthias Schrader)
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Eine Ausstellung soll dem im Oktober 2008 tödlich verunglückten Kärntner Landeshauptmann gedenken. Die Finanzierung gibt bisher aber noch Rätsel auf.

Seit Monaten wird im Klagenfurter Bergbaumuseum eine Gedenkausstellung für den am 11. Oktober 2008 mit seinem Auto tödlich verunglückten Landeshauptmann Jörg Haider vorbereitet. Geplant ist die Schau in einem Luftschutz-Stollen aus dem Zweiten Weltkrieg. 85.000 Euro soll die Ausstellung kosten, wie aus einem Antrag des Kulturreferenten hervorgeht. Die Finanzierung hätte am Dienstag vom Stadtsenat abgesegnet werden sollen, der Antrag wurde aber kurzfristig zurückgezogen.

Kulturstadtrat und Vizebürgermeister Albert Gunzer (BZÖ) war nach der Sitzung für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Er soll aber in der Sitzung erklärt haben, dass es ohnehin bereits einen Grundsatzbeschluss, noch aus dem Jahr 2008, für die Ausstellung gebe, eine neuerliche Abstimmung daher nicht notwendig sei. Grün-Stadträtin Andrea Wulz erklärte hingegen: "Erstens gibt es keinen solchen Grundsatzbeschluss, und zweitens müsste über die Kosten von 85.000 Euro trotzdem abgestimmt werden."

Der Antrag zum Thema "Sonderausstellung 'Jörg Haider 1950 - 2008' im Bergbaumuseum Klagenfurt" beinhaltet auch eine detaillierte Kostenaufstellung. Am teuersten ist der Posten "Firmenleistungen" (Werbung, diverse Dienstleistungen), der mit 39.000 Euro veranschlagt ist. Für Plakate und Folder sind 5000 Euro vorgesehen, das technische Equipment soll gut 17.000 Euro kosten.

Wer nun für die Kosten aufkommt, ist nicht ganz klar. Gunzer ließ dem ORF Kärnten über sein Rathaus-Büro lediglich ausrichten, dass er jetzt zu den Haider-Ausstellungs-Plänen nichts sagen wolle. Zu dem Thema werde es gemeinsam mit Haiders Witwe Claudia eine Pressekonferenz geben.

Geöffnet bis zu Haiders 60er

Die Ausstellung soll bis zum 26. Jänner 2010 - dem 60. Geburtstag Haiders - täglich geöffnet sein, die Organisatoren rechnen mit etwa 80.000 Besuchern. Bereits ventiliert wurden auch Pläne, wonach das Ganze bei entsprechendem Erfolg überhaupt eine Dauereinrichtung werden soll.

Die Ausstellung findet in dem Bunker statt, in dem sich Gauleiter Friedrich Rainer in den letzten Kriegstagen verschanzt hatte und von wo aus er einigen Quellen zufolge in seiner Radioansprache, bei der er die Kapitulation verkündete, gesagt haben soll "Passt mir auf mein Kärnten auf". Mit diesen Worten hatte sich auch Haider nach seiner Abwahl als Landeshauptmann wegen seines Spruchs zur "ordentlichen Beschäftigungspolitik" der Nazis an die Kärntner Bevölkerung gewandt.

Laufschuhe und Schaukelpferd ausgestellt

Zu sehen geben wird es persönliche Dinge Haiders, wie etwa ein Paar Laufschuhe, Fotos oder seinen Schreibtisch aus dem Landeshauptmann-Büro, weswegen sich sein Nachfolger einen neuen anschaffen musste. Angeblich wird auch sein Schaukelpferd aus Kindertagen ausgestellt. Nicht gezeigt wird hingegen der VW Phaeton, mit dem Haider mit hohem Tempo und 1,8 Promille Alkohol in den Tod gerast ist. Das Wrack wurde vom BZÖ gekauft und wird seither versteckt gehalten.

Das BZÖ zeigte sich am Dienstag indes empört über einen Bericht des ORF-"Kulturmontag" über die Ausstellung. Generalsekretär Martin Strutz sprach von einer "diffamierenden Berichterstattung" und einer "skandalösen Kärnten-Beschimpfung", Landesparteiobmann Uwe Scheuch stimmte ein. Das BZÖ will von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz eine Entschuldigung und kündigte das Einbringen einer Popularbeschwerde an.

(APA)

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