Deutsche Bundesliga: „Gomez gehört die Zukunft“

(c) AP (Ivan Sekretarev)
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Ottmar Hitzfeld tippt auf Bayern München, sieht Wolfsburg in Lauerstellung und hofft auf Andreas Ivanschitz. Der Erfolgstrainer glaubt, dass Ivanschitz ein "großer Regisseur" werden kann.

WIEN. Wer mit Dortmund und Bayern München zweimal die Champions League und sechsmal die deutsche Meisterschaft gewinnt, versteht etwas von seinem Fach. Ottmar Hitzfeld (60) gilt als einer der besten Trainer Europas, vom Geschick des Deutschen profitiert derzeit auch die Schweiz, die weiterhin auf Kurs zur Fußball-WM 2010 in Südafrika liegt.

Hitzfelds zweite große Leidenschaft ist das Fernsehen. Er liebt es „zu analysieren, ohne sich für Niederlagen rechtfertigen zu müssen“. Pay-TV-Sender Sky sicherte sich seine Dienste, darum war der Deutsche am Dienstag in Wien. Am Freitag startet die deutsche Bundesliga in die Saison 09/10, und sein Sender überträgt in Österreich alle 306 Spiele live.

Als Bayern-Insider sieht Hitzfeld seinen ehemaligen Klub personell „sehr gut aufgestellt“. Die stärkste Mannschaft der Liga sei für ihn auch der Favorit auf den Gewinn der Meisterschaft, denn mit Louis van Gaal wurde „ein kompetenter Trainer verpflichtet. Worauf ich aber auch neugierig bin“, feixt Hitzfeld, „ist, wie er mit Medien umgehen wird. Er bezeichnet sich ja als arrogant – da wird er es aber schwer haben in Deutschland, vor allem in München.“

Mit den Verpflichtungen der Stürmer Olic und Gomez („Ihm gehört die Zukunft“) handelten sich die Bayern aber auch ein „handfestes Angriffsproblem“ ein, meint Hitzfeld. Wie reagieren Luca Toni oder Klose, wenn sie auf der Bank sitzen? Ein Streit sei vorprogrammiert und eigentlich nur lösbar, indem ein Stürmer „verkauft wird. Damit wären sie gut beraten.“ Ob Uli Hoeneß seinen Rat befolgt?

In dieser Bundesligasaison sind mit Andreas Ivanschitz (Mainz), Christian Fuchs (Bochum), Sebastian Prödl, Martin Harnik (je Bremen), Andreas Ibertsberger, Ramazan Özcan (je Hoffenheim), Ümit Korkmaz (Frankfurt) und Michael Langer (Freiburg) auch acht Österreicher im Einsatz. Über das Gros verlor Hitzfeld kein Wort, Ivanschitz aber sei ihm ein Begriff. „Er ist technisch beschlagen, Mainz ist tatsächlich seine Chance– er kann ein großer Regisseur werden.“ Dass der Aufsteiger aber fünf Tage vor dem Saisonstart den Trainer feuerte, konnte Hitzfeld nicht nachvollziehen. „Da muss Gröberes passiert sein. Ansonsten ist das absoluter Schwachsinn!“

Titelverteidiger Wolfsburg sei in Lauerstellung, „Dzeko und Grafite sind überragend“. Dahinter drängeln sich fünf, sechs Klubs, vielleicht sogar Dortmund. Da musste Hitzfeld lachen, Prophet sei er ja doch keiner. Aber ein Trainer, der seine Exklubs nie vergessen wird.

AUF EINEN BLICK

Die deutsche Bundesliga startet am Freitag (20.30 Uhr, Sky) mit dem Spiel Wolfsburg – Stuttgart in die Saison 09/10. Acht Österreicher, darunter Andreas Ivanschitz (Mainz), sind bei sechs Vereinen zu finden.

Trainer Ottmar Hitzfeld gewann mit Dortmund und Bayern sechsmal den Titel, jetzt ist er TV-Experte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.08.2009)

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