Österreich als "Trendland" beim automatisierten Fahren

PK VERKEHRSMINISTERIUM: AKTIONSPLAN AUTOMATISIERTES FAHREN'
Staat fördert automatisiertes FahrenAPA/HARALD SCHNEIDER

Der Staat fördert automatisiertes Fahren mit 20 Millionen Euro, sagte Minister Leichtfried. Erste Teststrecken sollen laut einem Aktionsplan bereits im Herbst in Betrieb gehen.

Das Verkehrsministerium investiert 20 Millionen Euro in automatisiertes Fahren. Schon im Herbst dieses Jahres soll es in Österreich Teststrecken geben. Das sieht der "Aktionsplan Automatisiertes Fahren" vor, den  Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) im ÖAMTC-Fahrtechnikcenter Teesdorf präsentierte. Erste Ausschreibungen starten sofort.

Das Geld soll in Laborstrecken und Technologieentwicklung investiert werden. Damit habe Österreich "gute Chancen, eines der Trendländer in Europa werden zu können", sagte Leichtfried. Der Aktionsplan wurde gemeinsam mit 140 Experten erarbeitet, er definiert die wichtigsten Anwendungsfelder der neuen Technologie. "Durch das automatisierte Fahren können wir nicht nur die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen steigern. Automatisierte Fahrzeuge bieten auch neue Chancen zur Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs und für umweltfreundliche und effiziente Logistiksysteme im Gütertransport", erklärte der Verkehrsminister.

Änderungen im Kraftfahrgesetz

Mit der Novelle des Kraftfahrgesetzes soll der rechtliche Rahmen für die Tests im öffentlichen Straßennetz geschaffen werden. Diese befindet sich bereits in Begutachtung. Ingolf Schälder, Bereichsleiter für Innovationen im Verkehrsministerium,  erwartet sich eine Zustimmung durch den Verkehrsausschuss noch vor dem Sommer.

Die neuen Technologien sollen -  neben den Tests auf regulären Straßen - auch in sogenannten Testumgebungen erprobt werden. Die Testumgebungen sollen von Studien begleitet werden. 2016 und 2017 stehen je zehn Millionen zur Verfügung, diese sollen rund die Hälfte der Kosten abdecken, sagte Schädler. Die andere Hälfte sollen Unternehmen selbst decken. Bewerbungen für Teststrecken erwartet sich Leichtfried aus "mehreren Regionen". Der Minister testete im Anschluss selbst Autos mit Assistenzsysteme wie Einparkassistenten.

Datensicherheit nicht "verkaufen"

"Dieser Fortschritt darf aber keinesfalls auf Kosten der Datensicherheit erkauft werden", reagierte Albert Steinhauser, Justiz- und Datenschutzsprecher der Grünen, auf den Aktionsplan. "Autos sind schon heute vielfach fahrende Sicherheitslücken, was ihre Datensicherheit betrifft. Viele Hersteller statten Fahrzeuge mit drahtlosen Schnittstellen aus, vergessen aber auf die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen", warnte Steinhauser.

Fragen der Datensicherheit und Cybersecurity müssen jedenfalls in einem internationalen Kontext mitbetrachtet werden, wird im Aktionsplan betont.

Ab heute können sich Unternehmen bei Austria Tech über die Details zum Aktionsplan informieren. Alle Informationen zum automatisierten Fahren können unter www.austriatech.at abgerufen werden.