Die Wiener Börse hat sich heute, Mittwoch, am Nachmittag bei durchschnittlichem Volumen mit fester Tendenz gezeigt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2.354,33 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 30,97 Punkten bzw. 1,33 Prozent.
Im Verlauf konnte der Wiener Aktienmarkt seine Aufschläge noch weiter ausbauen. Das europäische Umfeld zeigte sich, von starken Bankenwerten getrieben, ebenfalls im Steigen begriffen. Die Unternehmenszahlen der OMV bekamen besondere Aufmerksamkeit, ebenso jene von Immofinanz und Immoeast.
Immoeast kletterten mit einem satten Kursplus von 11,93 Prozent auf 2,44 Euro an die Spitze des Kurszettels. Nicht weit dahinter folgten Immofinanz mit einem Aufschlag von 8,72 Prozent auf 1,62 Euro. Die Rekordverluste der Immobilienentwickler in Milliardenhöhe im Geschäftsjahr 2008/09 konnten die Kauflaune der Investoren nicht trüben. UniCredit-Analyst Alexander Hodosi sieht den Grund für den starken Kursanstieg der beiden Aktien zum einen in der sehr gut ausgebauten Cash-Position der Unternehmen. "Deshalb ist die Finanzierung der Projekte wieder möglich", so Hodosi. Zum anderen dürfe man nicht vergessen, dass die beiden Immobilienwerte im europäischen Branchenvergleich deutlich unterbewertet notieren.
Zwei weitere Werte, die Unternehmensergebnisse vorlegten, fielen dagegen ans untere Ende des des Kurszettels. OMV ermäßigten sich um 2,01 Prozent auf 28,24 Euro, nachdem der heimische Mineralölkonzern seine Halbjahreszahlen vorgelegt hatte. Sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis zeigte das Unternehmen deutlich schwächere Zahlen. Die Ergebnisse lagen vor allem im operativen Bereich unter den Analystenerwartungen, ein Händler bezeichnete die Zahlen hingegen als "in-line". Die Aktien von Palfinger, die einen um ein Drittel gesunkenen Umsatz von 269,2 Millionen Euro verbucht hatten, zeigten ein Kursminus von 2,50 Prozent auf 11,70 Euro. Damit nahmen die Papiere die "rote Laterne" für sich in Beschlag.
Erste Group konnten hingegen ein deutliches Plus von 2,97 Prozent auf 26,04 Euro verbuchen. Hier haben die Analysten von JP Morgan das Kursziel von 20 auf 35 Euro angehoben und die "Overweight"-Anlageempfehlung bestätigt. Mitbewerber Raiffeisen International verbesserte sich um 4,14 Prozent auf 34,95 Euro. Bankenwerte waren europaweit gefragt, die Branche legte im Euro-Stoxx-600 um 2,2 Prozent zu.
RHI, die am Vortag Quartalszahlen berichtet hatten, zogen ebenfalls deutlich an mit einem Kursgewinn von 9,63 Prozent auf 16,51 Euro. Sehr stark zeigten sich ohne besondere Nachrichten auch die Anteile von A-Tec. Die Papiere kletterten um 9,38 Prozent auf 10,84 Euro.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX gegen 14.15 Uhr bei 2355,44 Punkten, das Tagestief lag kurz nach Sitzungsbeginn bei 2317,47 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Plus von 1,74 Prozent bei 1.069,34 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market 32 Titel mit höheren Kursen, 13 mit tieferen und vier unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 14.626.970 (Vortag: 6.139.207) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 193,27 (184,35) Millionen Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 746.917 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 38,67 Mio. Euro entspricht.