Nur kurz lag der Wiener Aktienmarkt zu Handelsbeginn in der Verlustzone, aus der er sich jedoch bald befreien und immer weiter in die Gewinnzone vorarbeiten konnte.
Die Wiener Börse hat die Sitzung am Mittwoch bei gutem Volumen mit etwas festeren Notierungen beendet. Der ATX stieg 15,5 Punkte oder 0,67 Prozent auf 2.338,86 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 13 Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.326 Punkten.
Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17:30 Uhr MEZ:
- Dow Jones/New York -0,90 Prozent
- DAX/Frankfurt -1,18 Prozent
- FTSE/London -0,52 Prozent
- CAC-40/Paris -0,60 Prozent.
Nur kurz lag der Wiener Aktienmarkt zu Handelsbeginn in der Verlustzone, aus der er sich jedoch bald befreien und immer weiter in die Gewinnzone vorarbeiten konnte. Dabei bewegte sich der ATX im Einklang mit den europäischen Leitbörsen nach oben, machte jedoch die Abwärtsbewegung der Indizes am späten Nachmittag nach US-Börsenstart nicht mit. Im Mittelpunkt stand eine Fülle an Unternehmenszahlen, ergänzt von mehreren Analystenkommentaren.
Die Aufschläge wurden vor allem vom Bankensektor getragen, der auch im Rest von Europa Aufschläge verbuchen konnte. Erste Group und Raiffeisen International hievten den ATX mit ihren Aufschlägen allein um gut 25 Punkte nach oben. Erste Group kletterten um 4,39 Prozent auf 26,40 Euro und Raiffeisen International um 3,46 Prozent auf 34,72 Euro.
In aller Munde waren - ebenfalls europaweit - auch die Kursgewinne bei den Immobilienwerten. Trotz eines Rekordverlusts 2008/09 von 3,0 Mrd. Euro stiegen Immofinanz um 7,38 Prozent auf 1,60 Euro, und Immoeast, die ebenfalls ihre Ergebnisse 2008/09 vorlegten, kletterten an die Spitze des Kurszettels mit einem Plus von 13,76 Prozent auf 2,48 Euro.
UniCredit-Analyst Alexander Hodosi sieht den Grund für den starken Kursanstieg der beiden Aktien zum einen in der sehr gut ausgebauten Cash-Position der Unternehmen. "Deshalb ist die Finanzierung der Projekte wieder möglich", so Hodosi. Zum anderen dürfe man nicht vergessen, dass die beiden Immobilienwerte im europäischen Branchenvergleich deutlich unterbewertet notieren.
Erstaunlich stark zeigten sich ohne besondere Nachrichten die Aktien der RHI, die um 13,15 Prozent auf 17,04 Euro nach oben schossen. Analysten bezeichneten die am Vortag vorgelegten Ergebnisse des Feuerfestkonzerns als über den Erwartungen.
OMV enttäuschten mit ihren Halbjahreszahlen vor allem beim bereinigten Betriebsergebnis die Analysten. "Operativ war es nicht wahnsinnig gut", kommentierte RCB-Analyst Philipp Chladek die Zahlen. Die Credit Suisse bemängelte zudem den Ausblick auf eine stagnierende Gesamtproduktion des Öl- und Gaskonzerns. OMV verschlechterten sich um 3,47 Prozent auf 27,82 Euro.
Zum Verbund meldeten sich die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB) zu Wort. Sie bestätigen die Anlageempfehlung "Hold" für Verbund-Aktien. Das Kursziel wird weiterhin mit 36 Euro angegeben. Die Verbund-Zahlen für das zweite Quartal 2009 haben laut RCB die Erwartungen unterschritten. Verbund-Papiere schlossen um 0,58 Prozent tiefer bei 34,40 Euro.
AUA zeigten sich um 0,23 Prozent verbessert bei 4,43 Euro. Die Experten von Sal. Oppenheim haben ihren "fair value" für die Aktien der heimischen Luftfahrtgesellschaft Austrian Airlines (AUA) von 3,50 Euro auf 3,70 Euro leicht nach oben revidiert. Das Anlagevotum lautet weiterhin auf "Neutral". Die jüngsten Halbjahreszahlen der Fluglinie lagen etwa im Rahmen der Erwartungen, schreiben die Analysten.
(Forts.) fg ~
ISIN AT0000999982 ~