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Grazer Forscher studieren "wachsende" Elektronik

Symbolbild: Elektronikbauteile werden zusammengebaut.
(c) REUTERS (Tyrone Siu)
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Mit einer speziellen Strahlung konnte beobachtet werden, wie sich organische Moleküle selbst organisieren. Bauteile aus solchen Strukturen sollen in Zukunft Silizium ablösen.

Um in Zukunft Silizium aus der Elektrotechnik zu verbannen werden immer häufiger organische Bauteile eingesetzt. Forscher des Instituts für Festkörperphysik der TU Graz untersuchen derzeit, wie nur ein Molekül dünne Schichten von sich selbst organisierendem Material auf Synchrotronstrahlung reagieren. Dadurch können sie bestimmen, wie die organischen Moleküle "wachsen", um gewünschte, für Elektronikbauteile notwendige Eigenschaften zu erreichen. Die Arbeiten wurden vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützt und in der jüngsten Online-Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift Nature Nanotechnology veröffentlicht.

Bestrahlung erleichtert Untersuchung

Um den Aufbau der organischen Schichten und damit die späteren Eigenschaften bestimmen zu können, können die Forscher etwa Temperatur oder Zeit bei der Selbstorganisation festlegen. Nach der Herstellung haben die beiden Grazer Physiker Armin Moser und Roland Resel mit Hilfe der Synchrotronstrahlung die Anordnung der einzelnen Atome und Moleküle bestimmt. Laut den Experten eignet sich diese Art von Strahlung am Besten für ihr Vorhaben.

Silizium-Ersatz

Organische Materialien werden schon heute als günstiger Ersatz für Silizium in elektronischen Bauelementen eingesetzt. Um die Teile noch kleiner machen zu können, sollen sie in Zukunft nur noch aus einer einzelnen Molekülschicht bestehen. Um die gewünschten elektronischen Eigenschaften zu schaffen werden in die Schichten einzelne Atome - etwa Schwefel - eingeschleust.

Internationale Kooperation

Die Wissenschafter setzen bei der Herstellung auf Selbstorganisation der Schichten. Dazu wird Trägermaterial in eine Flüssigkeit getaucht, auf dem Träger entsteht dann der Film. Die Grazer Forscher haben nun in Kooperation mit Forschern an der Cornell High Energy Synchrotron Source (CHESS) in Ithaca (US-Bundesstaat New York) mittels Synchrotronstrahlung die Verhältnisse in so erzeugten Schichten analysiert.

(Ag.)