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Klimaverhandlungen in Bonn: "Die Zeit wird knapp"

(c) EPA (ALEX HOFFORD)
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Die Vereinten Nationen drängen bei den Verhandlungen für ein neues Klimaschutz-Abkommen aufs Tempo. Seit Montag beraten internationale Experten aus 190 Ländern über die Zeit nach Auslaufen des Kyoto-Protokolls.

Die Vereinten Nationen drängen bei dem zum Jahresende geplanten neuen Klimaschutz-Abkommen aufs Tempo. "Die Zeit wird knapp", sagte der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, Reuters zum Auftakt neuer Beratungen am Montag in Bonn.

Internationale Experten aus rund 190 Staaten wollen auf dem bis Freitag andauernden Treffen klare Themenschwerpunkte für den Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember setzen. Das Ziel der Verhandlungen ist es, ein neues globales Abkommen zu beschließen, das das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll ersetzt und die immer raschere Erwärmung der Erde bremst.

WWF: "Verantwortung übernehmen"

"Auch wenn die Entscheidungen auf einer höheren politischen Ebene gefällt werden, so müssen die Delegierten in Bonn jetzt die Verantwortung übernehmen und die notwendigen Vorbereitungen treffen", forderte WWF-Expertin Kathrin Gutmann in Bonn. Es wäre ihrer Ansicht nach bereits ein Fortschritt, wenn sie aus dem mittlerweile 200 Seiten langen Verhandlungstext, die "unambitionierten" Teile herausstreichen und einen gemeinsamen, starken Entwurf erarbeiten würden.

Zu den wichtigsten Punkten der Bonner Beratungen gehört nach Ansicht von de Boer die Forderung an die Industrieländer, beim Klimaschutz die Führung zu übernehmen. Die größten Industrienationen (G8) hatten im Juli beschlossen, den Ausstoß klimaschädlicher Gase wie Kohlendioxid um 80 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Zudem soll der Anstieg der Durchschnittstemperatur auf maximal zwei Grad begrenzt werden.

"Verantwortliche leiden an Realitätsverweigerung"

Der Leiter des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, Dirk Messner, warf den Verantwortlichen Realitätsverweigerung in Bezug auf den Klimawandel vor. Wenn die Industrieländer bis 2050 ihre CO2-Emissionen um 80 Prozent senken wollten, müsse die Energiebasis der Weltwirtschaft komplett umgebaut werden. "Das ist die größte globale Transformation seit der industriellen Revolution", betonte er.

Die politischen Entscheidungsträger versuchten deshalb, dieses Problem in die Zukunft zu verschieben. Sie vergrößerten es damit aber nur - auch mit Blick auf die Kosten, die durch die Folgen einer verfehlten Klimapolitik entstünden. Ein britischer Ökonom habe ausgerechnet, dass ab 2030 Kosten von bis zu 20 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts drohten, wenn nichts geschehe, sagte Messner.

Nach dem Bonner Treffen sollen weitere Konferenzen in Bangkok und Barcelona folgen, ehe dann die Umweltminister aus aller Welt sich im Dezember in Kopenhagen zur Schlussrunde versammeln.

(Ag.)