Papst lehnt argentinische Spende mit Zahl 666 in Betrag ab

Macri und der Papst mit bitterernstem Blick.
Macri und der Papst mit bitterernstem Blick.APA/AFP/POOL/GIORGIO ONORATI

"Ich mag die 666 nicht", begründete Franziskus die Rückerstattung von 16.666.000 Pesos. Doch dahinter stecken wohl eher persönliche Fehden.

Die beiden berühmten Argentinier, Papst Franziskus und der Präsident des südamerikanischen Landes Mauricio Macri, pflegen ein unterkühltes Verhältnis. Nun droht sich das Verhältnis zwischen dem Kleriker und dem konservativen Politiker weiter zu verschlechtern: Der Paps lehnte eine karitative Spende Argentiniens ab - unter anderem, weil in dem Betrag die Zahl 666 enthalten war, berichtet der "Guardian".

Anfang Juni hatte der Präsident im Namen der argentinischen Regierung 16.666.000 Pesos an eine vom Papst unterstützte gemeinnützige Organisation, die Scholas Occurentes Educational, gespendet. Auch Hollywood-Stars wie George Clooney, Selma Hayek und Richard Gere sind Botschafter dieser Wohltätigkeitsorganisation.

Beziehung schon seit Jahren belastet

Doch der Papst habe die Spende in einem Schreiben an die argentinische Niederlassung der Einrichtung abgelehnt. Sie sollten das Geld wieder rücküberweisen. In einer Anmerkung schrieb er am Ende des Briefes: "Ich mag die 666 nicht", berichtet der "Vatican Insider". Noch mehr als die Anspielung auf den Teufel soll Franziskus mokiert haben, dass Argentiniens Medien die Spende als Zeichen der Verbesserung in den Beziehungen zwischen Macri und der Kirche auffassten, heißt es im Guardian.

Darauf lässt auch die Stellungnahme der Scholas-Direktoren an die argentinische Regierung schließen: "Da einige diese institutionelle Geste mit dem Ziel, Chaos zu stiften und Zwietracht zu sähen, misinterpretieren könnten", solle die Summe rückerstattet werden.

Buenos Aires freilich will von keinen Unstimmigkeiten mit dem Papst wissen. Doch Macri, Ex-Bürgermeister von Buenos Aires, und Franziskus, ehemaliger Erzbischof in der argentinischen Hauptstadt, sind sich schon seit Jahren nicht mehr wohl gesinnt. Das Verhältnis soll bis heute von dem Umstand belastet sein, dass Macri während seiner Amtszeit als Bürgermeister 2009 einen Gerichtsentscheid zur Legalisierung der Homosexuellenehe in der Hauptstadt nicht anfechten ließ. Einen Beweis lieferte der Papst bei seinem Treffen mit Macri im Februar: Er konnte sich bei dem offiziellen Foto während des Staatsbesuchs kein Lächeln abringen.

>>> Bericht im "Guardian".

>>> Bericht im "Vatican Insider".