Die Wiener Börse hat vor kurzem neue Chefs gekommen. Jetzt setzt sich die Runderneuerung im Aufsichtsrat vor. Der neue Präsident ist zur Abwechslung kein Banker.
Die grössten Banken Österreichs sind die grössten Aktionäre der Wiener Börse. Banker als Börse-Präsidenten, das war in den letzten Jahrzehnten die Regel. Nun wurde damit gebrochen. Willibald Cernko, der heuer als Bank Austria-Chef abgelöst wurde, legte am Dienstag in der Hauptversammlung der Börse und ihrer Mutter CEESEG seine Mandate zurück. Als neuer Präsident wurde sein bisheriger Stellvertreter gewählt, Heimo Scheuch, der Chef des Ziegelherstellers Wienerberger. Sein Vize ist Angelika Sommer-Hemetsberger, Mitglied des Vorstands der Oesterreichischen Kontrollbank, die schon bisher im Aufsichtsrat vertreten war. Neu in das Kontrollgremium gewählt wurde Bank Austria-Vorstand Dieter Hengl.
Die Ernennung Heimo Scheuchs und Angelika Sommer-Hemetsbergers sei sowohl ein Zeichen der Erneuerung als auch der Kontinuität. Beide hätten den Transformationsprozess der Börse in den letzten Jahren bereits begleitet, teilte die Börse mit.
Heimo Scheuch über seine neue Funktion und seinen Einsatz für den heimischen Kapitalmarkt: "Ein starker Börsenplatz ist wichtig für den Standort Österreich und für die heimische Wirtschaft. Wenn wir unsere Wirtschaft fit für die Zukunft machen wollen, brauchen wir nicht nur ein klares Bekenntnis der Politik zu einem funktionierenden und belebten Finanzmarkt, sondern auch die richtigen Weichenstellungen."
Im Rahmen der Sitzung hat die Wiener Börse ihre positiven Ergebnisse für das Jahr 2015 präsentiert. Das Betriebsergebnis belief sich auf 20,5 Millionen Euro, das ist ein Plus von 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Hauptgrund für diese Entwicklung waren die steigenden Handelsumsätze: Der durchschnittliche Monatsumsatz lag 2015 bei 4,87 Milliarden Euro nach 3,98 Milliarden Euro im Jahr davor. Der Gesamtjahresumsatz stieg um 22,2 Prozent auf 58,4 Milliarden Euro. Das Eigenkapital der Wiener Börse betrug per Jahresende 33,9 Millionen Euro. Die Bilanzsumme belief sich auf 57,3 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn erhöhte sich von 13,7 auf 16,5 Millionen Euro. Die Wiener Börse AG beschäftigte per 31. Dezember 2015 91 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (79 Vollzeitäquivalente).
Die Muttergesellschaft CEESEG AG, unter deren Mantel auch die Beteiligung an der Börse Prag zusammengefasst ist, blickt ebenfalls auf ein positives Geschäftsjahr 2015 zurück. Das operative Konzernergebnis erhöhte sich leicht von 28,3 auf 30,4 Millionen Euro. Die Konzernbilanzsumme belief sich auf 178 Millionen Euro nach 191 Millionen Euro im Jahr 2014.