Direktinvestoren hegen erstmals seit Jänner 2008 wieder Hoffnung.
Wien(gau). Eineinhalb Jahre lang war Optimismus ein Fremdwort für österreichische Direktinvestoren in Osteuropa. Der alle drei Monate erhobene Geschäftsklimaindex von Thomson Reuters und der Österreichischen Kontrollbank kannte nur eine Richtung: nach unten. Die 400 Manager aus Wiener Osteuropa-Firmenzentralen gaben an, dass alles nur noch schlimmer kommen würde.
Aber in der heute, Mittwoch, veröffentlichten Erhebung für Juli sehen sie leicht optimistischer in die Zukunft – eine Trendwende. Zu erklären ist sie nur aus der Erwartung für das nächste halbe Jahr und nicht durch die aktuelle Lage. Letztere sehen die Befragten noch schlechter als im April.
Russlands BIP bricht ein
Am hoffnungsvollsten in die Zukunft sieht man in Polen und Tschechien. Anders in den Epizentren der Ost-Krise: In Ungarn melden 46 Prozent der Niederlassungen eine negative Entwicklung, in der Ukraine 60 Prozent.
Mit der markantesten Verbesserung wartet Russland auf. Das ist umso erstaunlicher, als hier im zweiten Quartal die Wirtschaftsleistung mit minus 10,9 Prozent so stark zurückging wie noch nie seit Einführung der Statistik. Russland ist auch das einzige Land, in das in den nächsten zwölf Monaten mehr Kapital aus Direktinvestitionen zufließen als abfließen dürfte. Ähnliches gilt für die Banken als einzigem Sektor, in dem mehr Beteiligungen ausgebaut als Standorte geschlossen werden.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.08.2009)