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Worst Dressed

Staatschefs im Mode-Fettnapf

Merkels skandalträchtiges Dekolleté, Putins Oben-Ohne-Show, Faymanns Strickkrawatte: Mit ihren Stilsünden sorgen Politiker immer wieder für Schlagzeilen. Und so mancher Staatschef pflegt ganz bewusst einen exzentrischen Kleidungsstil.
02.01.2017 um 17:46
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Kleider machen nicht nur Leute, sondern auch Politiker. Heutzutage haben sich auch die mächtigsten Männer und Frauen dem Modediktat zu unterwerfen, wenn sie sich nicht dem Spott der Öffentlichkeit aussetzen wollen. Doch nicht alle geben sich geschlagen: Einige Staatschefs verweigern sich hartnäckig jeder Stilberatung und pflegen ihren exzentrischen Look.Allen voran Libyens Staatschef Muammar Gaddafi: Seine psychedelischen Outfits sind zu seinem Markenzeichen geworden.
Kleider machen nicht nur Leute, sondern auch Politiker. Heutzutage haben sich auch die mächtigsten Männer und Frauen dem Modediktat zu unterwerfen, wenn sie sich nicht dem Spott der Öffentlichkeit aussetzen wollen. Doch nicht alle geben sich geschlagen: Einige Staatschefs verweigern sich hartnäckig jeder Stilberatung und pflegen ihren exzentrischen Look.Allen voran Libyens Staatschef Muammar Gaddafi: Seine psychedelischen Outfits sind zu seinem Markenzeichen geworden.
(c) EPA
Der findige Diktator benutzt seine Kleidung auch schon einmal als politisches Statement: Auf seine fantasieartig wirkende Uniform pinnte er sich bei einem Italien-Besuch ein Bild des Helden des anti-italienischen Widerstands in Libyen.
Der findige Diktator benutzt seine Kleidung auch schon einmal als politisches Statement: Auf seine fantasieartig wirkende Uniform pinnte er sich bei einem Italien-Besuch ein Bild des Helden des anti-italienischen Widerstands in Libyen.
(c) EPA
Wesentlich schlichter, aber dennoch schlagzeilenträchtig: der Stil von Boliviens Präsident Evo Morales. Im rot-weiß-blau gestreiften Strick-Pulli trat er auf seiner ersten Weltreise als Präsident seinen anzugtragenden Kollegen gegenüber. Genauer gesagt: in der "Chompa", wie sich das wärmende bolivianische Alltags-Kleidungsstück nennt. Findige Geschäftsleute machten Morales' Look zu Geld und produzierten den Präsidenten-Pulli unter der Marke "Moda Evo" im großen Maßstab nach.
Wesentlich schlichter, aber dennoch schlagzeilenträchtig: der Stil von Boliviens Präsident Evo Morales. Im rot-weiß-blau gestreiften Strick-Pulli trat er auf seiner ersten Weltreise als Präsident seinen anzugtragenden Kollegen gegenüber. Genauer gesagt: in der "Chompa", wie sich das wärmende bolivianische Alltags-Kleidungsstück nennt. Findige Geschäftsleute machten Morales' Look zu Geld und produzierten den Präsidenten-Pulli unter der Marke "Moda Evo" im großen Maßstab nach.
(c) AP
Bundeskanzler Werner Faymann gibt sich im Allgemeinen in modischen Dingen bieder. Einmal schaffte er es mit einem Outfit aber doch in die Schlagzeilen: Von einem Plakat zur Nationalratswahl 2008 lächelte er mit schwarzer Strickkrawatte zum schwarzen Anzug. Ein symbolisch höchst aussagekräftiger Begräbnisanzug, unkte die Öffentlichkeit. Ein modisches "No Go", monierten Stilpäpste.
Bundeskanzler Werner Faymann gibt sich im Allgemeinen in modischen Dingen bieder. Einmal schaffte er es mit einem Outfit aber doch in die Schlagzeilen: Von einem Plakat zur Nationalratswahl 2008 lächelte er mit schwarzer Strickkrawatte zum schwarzen Anzug. Ein symbolisch höchst aussagekräftiger Begräbnisanzug, unkte die Öffentlichkeit. Ein modisches "No Go", monierten Stilpäpste.
(c) APA
Eigentlich passt er nicht in die Kategorie "Worst Dressed" - sondern vielmehr in seine eigenen Kategorie "Least Dressed": Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin. In regelmäßigen Abständen "beglückt" der starke Mann Russlands die Welt mit Oben-Ohne-Fotos: ob beim Reiten, Angeln, Wandern oder auf der Tiger-Jagd.
Eigentlich passt er nicht in die Kategorie "Worst Dressed" - sondern vielmehr in seine eigenen Kategorie "Least Dressed": Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin. In regelmäßigen Abständen "beglückt" der starke Mann Russlands die Welt mit Oben-Ohne-Fotos: ob beim Reiten, Angeln, Wandern oder auf der Tiger-Jagd.
(c) Reuters
Simbabwes Staatschef Robert Mugabe schwimmt im täglichen Geschäft mit der Masse und trägt brav Anzug und Krawatte. Im Wahlkampf allerdings liebt er es auffälliger: Mit patriotischer Halskrause und Bildchen von sich selbst auf dem Shirt, etwa.
Simbabwes Staatschef Robert Mugabe schwimmt im täglichen Geschäft mit der Masse und trägt brav Anzug und Krawatte. Im Wahlkampf allerdings liebt er es auffälliger: Mit patriotischer Halskrause und Bildchen von sich selbst auf dem Shirt, etwa.
(c) AP
Nordkoreas Herrscher Kim Jong-Il setzt auf den Einheits-(Nicht-)Look. Der schlabbrige khakifarbene Safari-Anzug wird stets mit Plateuschuhen kombiniert. Letztere zeigen allerdings geringen Erfolg: Der damalige US-Präsident George W. Bush nannte den "Geliebten Führer" einst öffentlich einen "Pygmäen".
Nordkoreas Herrscher Kim Jong-Il setzt auf den Einheits-(Nicht-)Look. Der schlabbrige khakifarbene Safari-Anzug wird stets mit Plateuschuhen kombiniert. Letztere zeigen allerdings geringen Erfolg: Der damalige US-Präsident George W. Bush nannte den "Geliebten Führer" einst öffentlich einen "Pygmäen".
Helen Clark war bis Ende 2008 Premierministerin Neuseelands, nun arbeitet sie für die Vereinten Nationen. In beiden Funktionen setzte sie meist auf schlichte Kostüme. Wenn sie dann aber einmal etwas mehr Mode-Mut beweist, geht es gleich so richtig daneben. Hier wurde wohl kurzerhand Großmutters Gardine zum Oberteil umgeschneidert.
Helen Clark war bis Ende 2008 Premierministerin Neuseelands, nun arbeitet sie für die Vereinten Nationen. In beiden Funktionen setzte sie meist auf schlichte Kostüme. Wenn sie dann aber einmal etwas mehr Mode-Mut beweist, geht es gleich so richtig daneben. Hier wurde wohl kurzerhand Großmutters Gardine zum Oberteil umgeschneidert.
(c) REUTERS (© POOL New / Reuters)
Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel griff früher gern einmal zu tief in den Farb- und Mustertopf. Dank kundiger Stilberater lobt die Öffentlichkeit heutzutage aber ihren schlicht-eleganten Look.
Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel griff früher gern einmal zu tief in den Farb- und Mustertopf. Dank kundiger Stilberater lobt die Öffentlichkeit heutzutage aber ihren schlicht-eleganten Look.
(c) © Juergen Schwarz / Reuters
Manchmal gehen die Pferde aber doch noch mit der Kanzlerin durch. Ihr tiefes Dekolletee bei der Eröffnung der Osloer Oper im April 2008 sorgte für hitzige Diskussionen, nicht nur in der Welt der Modefreunde.
Manchmal gehen die Pferde aber doch noch mit der Kanzlerin durch. Ihr tiefes Dekolletee bei der Eröffnung der Osloer Oper im April 2008 sorgte für hitzige Diskussionen, nicht nur in der Welt der Modefreunde.
(c) Reuters
Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad gibt sich - zumindest in Fragen der Mode - gerne als einfacher Mann des Volkes. Sein Markenzeichen ist die beige Jacke im C&A-Stil, gerne kombiniert mit dem abgestimmten Polo-Shirt. Angeblich hat er die "Ahmadinejad-Jacke" um 30 Dollar auf einem Bazar in Teheran erstanden.
Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad gibt sich - zumindest in Fragen der Mode - gerne als einfacher Mann des Volkes. Sein Markenzeichen ist die beige Jacke im C&A-Stil, gerne kombiniert mit dem abgestimmten Polo-Shirt. Angeblich hat er die "Ahmadinejad-Jacke" um 30 Dollar auf einem Bazar in Teheran erstanden.
(c) AP
Kubas früherer Staatschef Fidel Castro zeigt, wie sich das Modebewusstsein mit zunehmenden Alter ändern kann. Trat er früher stets im schneidigen Tarnanzug auf....
Kubas früherer Staatschef Fidel Castro zeigt, wie sich das Modebewusstsein mit zunehmenden Alter ändern kann. Trat er früher stets im schneidigen Tarnanzug auf....
(c) AP
... ist nun der Addidas-Trainingsanzug seine Uniform.(kron)
... ist nun der Addidas-Trainingsanzug seine Uniform.(kron)
(c) EPA

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