Der VW-Aufsichtsrat segnet die Grundlagenvereinbarung ab.
Wien (ag./red.). Der Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns hat am Donnerstag einer Grundlagenvereinbarung über die Integration von Porsche in den VW-Konzern zugestimmt, heißt es aus Aufsichtsratskreisen. Erwartet wird, dass auch die Aufsichtsräte von Porsche dieser Übereinkunft zustimmen werden.
Die Zusammenführung der Unternehmen Porsche und Volkswagen soll im Jahr 2011 stattfinden. In einem ersten Schritt wird VW in die Porsche AG, sie ist für das operative Geschäft zuständig, einsteigen.
Auch der geplante Einstieg des Emirats Katar sei „fast in trockenen Tüchern“, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Katar soll demnach 17 Prozent an VW halten. Möglich ist das, weil Katar jene Aktienoptionen, die Porsche an VW hält, übernehmen wird.
Nach einem monatelangen Machtkampf zwischen VW und Porsche machte der Sportwagenbauer letztlich Ende Juli den Weg für eine Übernahme durch den deutlich größeren VW-Konzern frei. Der Autobauer hatte sich mit der geplanten Übernahme von Volkswagen finanziell übernommen und Schulden in Höhe von mehr als zehn Milliarden Euro angehäuft. Die Familie Piëch (Ferdinand Piëch ist VW-Aufsichtsratschef) witterte ihre Chance. Anstatt sich von Porsche schlucken zu lassen, drehte VW den Spieß um.
Wie viel VW für den Einstieg bei Porsche zahlt, ist noch nicht bekannt. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass VW-Chef Martin Winterkorn zum neuen Konzernlenker und Chef der Porsche Holding avancieren könnte. Winterkorn wolle bei Porsche Verantwortung übernehmen, hieß es. Chef der Porsche AG soll Michael Macht bleiben.
Der einstige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking war im Zuge der Übernahme nach 16 Jahren an der Spitze von Porsche zurückgetreten. Nach seinem Abgang seien die Gespräche mit VW störungsfrei verlaufen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.08.2009)