Während die großen EU-Staaten schon über ein baldiges Ende der Wirtschaftskrise frohlocken, hat die Rezession die Staaten Osteuropas weiter fest im Griff.
Wien (ag). Während die großen EU-Staaten schon über ein baldiges Ende der Wirtschaftskrise frohlocken, hat die Rezession die Staaten Osteuropas weiter fest im Griff. Das zeigen die gestern veröffentlichten Zahlen für Ungarn, Rumänien und die Slowakei.
In Ungarn fiel die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal mit einem Minus von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum so stark wie noch nie seit Beginn der Erhebungen. Auch in Rumänien beschleunigte sich der Abwärtstrend, mit minus 8,8 Prozent nach minus 6,2 Prozent im ersten Quartal.
Einen Hoffnungsschimmer gibt es nur in der Slowakei: Dort fiel das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwar auch um 5,3 Prozent hinter den Vorjahreswert, aber immerhin ging sich durch die Abwrackprämie ein leichtes Plus von 2,2 Prozent zum Winterquartal aus.
Auch der Konsum fällt aus
Es sind nicht mehr nur einbrechende Exporte, die zu diesen Rückgängen führen. Durch die steigende Arbeitslosigkeit und die verschärften Kreditkonditionen der Banken kommt immer mehr auch der Konsum unter die Räder. In Tschechien gingen die Einzelhandelsumsätze im Juni um fünf Prozent zurück. Auch die Regierungen treffen die Rückschläge hart: Sie müssen in den nächsten Quartalen so viel Geld für die Arbeitslosenhilfe ausgeben, dass für Konjunkturpakete oder gar eine Sanierung der Budgets kein Spielraum bleibt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.08.2009)