Das Emirat Katar wird drittgrößter Aktionär bei dem deutschen Autokonzern. Katar übernimmt auch einen Großteil der von Porsche gehaltenen VW-Optionen. Grund für den Einstieg sei das "Geldverdienen".
Nach monatelangen Verhandlungen ist der Einstieg des Scheichtums Katar bei VW und Porsche perfekt. Die Beteiligungsgesellschaft Qatar Holding erwirbt zehn Prozent der Stammaktien der Holding-Gesellschaft Porsche SE aus dem Besitz der Familiengesellschafter, wie die Porsche Holding am Freitag in Stuttgart mitteilte.
Einen entsprechenden Vertrag unterzeichneten Ministerpräsident Scheich Hamad bin Djassim bin Djaber al-Thani sowie Porsche-Aufsichtsratschef und VW-Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Porsche und Aufsichtsratsmitglied Hans Michel Piëch am Freitag in Stuttgart. Zudem besiegelte der Scheich in Anwesenheit von Baden- Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger eine Vereinbarung, nach der sein Land Porsche einen Großteil der Optionen auf VW-Aktion abkauft.
"Grund für Einstieg ist das Geldverdienen"
Das Emirat wird damit zum drittgrößten Aktionär bei Volkswagen nach den Familien Piëch und Porsche sowie dem Land Niedersachsen. Die Familien Porsche und Piëch haben damit erstmals in der Unternehmensgeschichte Stammaktien an der Porsche Holding an einen externen Investor abgegeben. Wolfgang Porsche sagte dazu: "Das fällt mir nicht schwer, der Familie fällt es nicht schwer." Es sei eine "gute Entscheidung" und ein "historischer Tag".
Der Scheich sagte: "Der erste Grund für den Einstieg ist das Geldverdienen." Als weitere Gründe nannte er gute Beziehungen zu Deutschland und den Transfer von Technologie in den Wüstenstaat, der sich für die Zeit nach dem Versiegen seiner Ölquellen rüsten will. Es gelte, den Wohlstand des Landes für die kommenden Generationen zu sichern. Er sehe das Land als strategischen Partner des neuen Automobilkonzerns. "Porsche gehört zu den wertvollsten Automobilmarken der Welt." Sein Land wolle gemeinsam mit den Familiengesellschaftern dazu beitragen, "dass die Erfolgsgeschichte von Porsche auch in Zukunft gemeinsam mit Volkswagen fortgesetzt wird".
Durch den Verkauf der Aktien-Optionen werden für Porsche deutlich über eine Milliarde Euro Mittel frei, die vorher als Sicherheit bei den Banken gebunden waren, teilte die Holding weiter mit. Katar hat auch zugesagt, den durch ein Bankenkonsortium gewährten Kreditrahmen für Porsche von derzeit 10,75 Milliarden um bis zu 265 Millionen Euro aufzustocken. Ursprünglich hatte sich Porsche bei Katar um einen Kredit über 750 Millionen Euro bemüht. Porsche hatte im Zuge der missglückten Mehrheitsübernahme zehn Milliarden Euro Schulden angehäuft.
Oettinger bezeichnete den Einstieg als gute Grundlage für eine erfolgreiche Entwicklung von Porsche. Er sehe gute Chancen zum Erhalt und zur Stärkung aller Standorte in Baden-Württemberg und der Arbeitsplätze.
(Ag.)