Japans Wirtschaft wächst wieder

(c) REUTERS (Yuriko Nakao)
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Hohe öffentliche Investitionen haben Japans Wirtschaft zum ersten Mal seit fünf Quartalen wieder wachsen lassen. Außerdem ist der private Konsum wieder angesprungen.

Nach Frankreich und Deutschland hat auch die japanische Wirtschaft im zweiten Quartal wieder ein leichtes Wachstum gezeigt. Wie die Regierung am Montag auf Basis vorläufiger Berechnungen bekanntgab, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Juni um saisonbereinigte 3,7 Prozent im Jahresvergleich.Im Vergleich zum vorangegangenen Monat legte die Wirtschaft um 0,9 Prozent zu. Im ersten Kalenderquartal war Japans stark exportabhängige Wirtschaft in Folge der Weltwirtschaftskrise noch um 11,7 Prozent geschrumpft.

Japans Wirtschaft

2. Qu 09 1. Qu 09
Bip real 0,9 % -3,1 %
Bip real annualisiert 3,7 % -11,7 %
Pivater Verbrauch 0,8 % -1,2 %
Exporte 6,3 % -22,5 %
Importe -5,1 % -14,9 %

Wachstum vom Staat

Zu dem Anstieg hätten die privaten Konsumausgaben sowie staatliche Konjunkturspritzen beigetragen, so die Regierung. Öffentliche Investitionen stiegen um 8,1 Prozent. Die Konjunkturprogramme der japanischen Regierung zur Förderung des privaten Konsums, der 60 Prozent der Wirtschaft ausmacht, haben ihn um 0,8 Prozent gesteigert. Die Investitionen der Unternehmen blieben dagegen schwach.

Langer Weg zur Nachhaltigkeit

Trotz des Lichtblicks im zweiten Quartal gehen Experten davon aus, dass der Weg zu einem nachhaltigen und selbsttragenden Wachstum noch langwierig sein wird. Das dürfte in der Exportnation Japan vor allem davon abhängen, ob die weltweite Nachfrage wieder in Gang kommt. Wegen seiner hohen Abhängigkeit vom Export ist Japan härter von der Rezession betroffen als andere Staaten.

"Die heutigen Daten beruhen auf den Stimuli in Japan und im Ausland", sagte Kyohei Morita, Chefvolkswirt für Japan bei Barclays Capital. "Japans Wirtschaft ist daher von einem selbsttragenden Wachstum noch weit entfernt." Er rechnet im laufenden Vierteljahr mit einer etwa gleichbleibenden Wachstumsrate. Danach könnte sich die Konjunktur wieder etwas abschwächen, weil die staatlichen Konjunkturprogramme auslaufen.

(Ag./Red.)

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