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Minderheiten: Dorfnamen für kurdische Orte in der Türkei

Lösung der Kurdenfrage auf steinigem Weg.

Ankara (keet/APA/Reuters). Es ist ein kleiner Schritt auf dem Weg zur Lösung der Kurdenfrage in der Türkei. Das Land hat am Donnerstag damit begonnen, Dörfern der kurdischen Minderheit in der Türkei ihre alten Namen zurückzugeben: Ein erstes Dorf im kurdisch dominierten Südosten wurde umbenannt, aus Kirkpinar wurde Celkaniya. Das entspricht der neuen Kurdenpolitik, die Ministerpräsident Recep Tayyip Erdo?an ausgerufen hat.

Früher hatte es gegen solche Versuche noch Widerspruch in der Provinz gegeben, dieser blieb gestern aus. Die Türkei will ihren Minderheiten freundlicher begegnen, Erdo?an möchte den anhaltenden Konflikt mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK entschärfen. Außerdem will die Türkei ihre Chancen auf einen EU-Beitritt wahren. Zwischen 1940 und 2000 wurden mehr als 12.000 kurdische Orte umbenannt.

 

Plan der PKK unscharf

Der gefangene PKK-Führer Abdullah Öcalan hatte in zwei Heften seinen Plan für eine Lösung der Kurdenfrage in der Türkei notiert. Diese blieben am Mittwoch aber auf der Gefängnisinsel Imrali. Denn das Boot, mit dem Öcalans Anwälte sie holen wollten, war defekt. Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül erklärte aber bereits, Öcalan könne nicht der Gesprächspartner der Türkei sein. Doch auf Öcalan hört noch immer ein sehr aktiver Teil der Kurden. Die PKK kann zwar nicht die türkische Armee besiegen, aber eine Atmosphäre der Spannung erzeugen, die eine Lösung schwierig macht. Seit dem Beginn des PKK-Aufstandes vor 25 Jahren sind rund 40.000 Menschen bei Gefechten und Anschlägen ums Leben gekommen.

Wie durchsickerte, will Öcalan kein föderatives System, andererseits sollten die Kurden ein eigenes Parlament und Selbstverteidigungskräfte haben. Mit der Präsentation von Öcalans Plan wird in den nächsten Tagen gerechnet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2009)